Grenzen sind zum üœberwinden da

31. Dezember 2010

Viele Unternehmen, auch Mittelständler, sind nicht nur an ihrem Standort in Deutschland tätig, sondern betreiben Niederlassungen im Ausland. Oder sie sind im Kundenauftrag weltweit unterwegs. Dafür wird stets qualifiziertes Personal gesucht. Randstad ist ein internationales Unternehmen und hat in Deutschland für die Überlassung von Mitarbeitern ins Ausland Spezialisten, die sich unter anderem mit den gesetzlichen Regelungen vor Ort gut auskennen.

Cross Border – „grenzenlose“ Zeitarbeit

Alle reden von Globalisierung, von Flexibilität und Mobilität. Nicht nur Konzerne pflegen weltweite Wirtschaftsbeziehungen. Auch viele mittelständische Spezialisten haben eigene Niederlassungen etwa in den europäischen Nachbarländern oder liefern ihre Produkte und Dienstleistungen sogar weltweit an Kunden. Das verlangt oft den „Projekt-Einsatz“ von speziellen Fachkräften. Die sind aber nicht immer am jeweiligen Ort verfügbar. So greifen Unternehmen entweder auf eigene Mitarbeiter zurück oder setzen auf deutsche Zeitarbeitnehmer.

Das klingt so einfach, stellt sich aber doch sehr vielschichtig dar, denn die grenzüberschreitende Personalüberlassung ist eine komplexe Materie. Selbst innerhalb der Europäischen Union gibt es einen sehr unterschiedlichen Umgang mit dem Thema Arbeitnehmerüberlassung. In mancherlei Hinsicht sind die unmittelbaren Nachbarn Deutschland ein Stück weit voraus: Traditionell ist in Ländern wie Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden die Beschäftigung von Zeitarbeitnehmern viel ausgeprägter. Es gelten dort auch andere Regeln, was Entlohnung, Arbeitsrecht und Sozialversicherung angeht.

„Es gibt natürlich häufig einen sehr großen Beratungsbedarf der Randstad Kunden bei diesem komplexen Thema.“ Sabine Rose, Manager Sales Support, und Birk Henkelmann, Teamcoordinator Cross Border Service & Tender Management, aus Köln sind die Experten bei allen Fragen zum Thema grenzüberschreitender Personalüberlassung. Die können von Randstad Kunden aus dem Ausland kommen, die in Deutschland Zeitarbeitnehmer beschäftigen wollen. Oder sie werden von deutschen Firmen gestellt, die Projekte jenseits der Grenzen planen. „Wer kennt sich, auch als Personalfachmann im Unternehmen, schon mit dem Thema Zeitarbeit in China aus“, fragt Sabine Rose. „Hier beginnt unsere Beratungsarbeit.“ Als Unternehmen, das vor 50 Jahren in den Niederlanden gegründet wurde und heute auf der ganzen Welt präsent ist, verfügt Randstad über umfassende Erfahrungen und Kompetenzen auf diesem Gebiet.

Der "kleine Grenzverkehr" wird in vielen europäischen Regionen praktiziert, wo Menschen hüben und drüben arbeiten. Aber anders als vielleicht erwartet, spielt die internationale Arbeitnehmerüberlassung nicht nur in den klassischen Grenzregionen wie der „EUREGIO“ zwischen Deutschland, den Niederlanden und Belgien oder zum Beispiel in der Bodenseeregion eine Rolle. „Randstad Kunden sind global tätig und sie haben auch weltweit Bedarf an Zeitarbeitnehmern“, so Birk Henkelmann. Und die Nachfrage wächst kontinuierlich. „Im vergangenen Jahr haben wir rund 600 Anfragen verzeichnet und im laufenden Jahr zeichnet sich ein Zuwachs von über 50 Prozent ab“, weiß Sabine Rose.

Krisenregionen sind tabu

Wie funktioniert die Beratung? „In der Regel wenden sich die Unternehmen an ihren Ansprechpartner in der Randstad Niederlassung vor Ort oder an den zuständigen Key Account Manager und die Kollegen leiten die Anfrage dann an uns weiter, um das inzwischen aufgebaute Expertenwissen zu nutzen“, sagt Henkelmann. Es komme aber auch vor, dass Firmen das Team direkt kontaktieren. Für allein 30 Staaten dieser Erde halten die Kölner Spezialisten sofort aktuelle Länderblätter und Datensammlungen mit den wichtigsten Fakten vor.

Kein Land und sei es auch am anderen Ende der Welt, ist dabei für die Randstad Kundenunternehmen „zu exotisch“. Sie setzen Zeitarbeitnehmer heute praktisch rund um den Globus ein. Nur nicht, und das ist wieder eine Besonderheit, in der Schweiz. Denn Personalüberlassung aus dem Ausland in das Land der Eidgenossen ist dort von Gesetzes wegen verboten. Hier kann dann aber Randstad Schweiz den deutschen Kunden unterstützen und das Cross Border Service-Team in Köln hat schnell die Kontaktdaten zur Hand.

Zeitarbeit also völlig „grenzenlos“? Birk Henkelmann macht klar: „Nein, es gibt natürlich interne Richtlinien, die besagen, dass wir niemals unsere Mitarbeiter in die Krisenregionen dieser Welt schicken würden, in denen es etwa kriegerische Auseinandersetzungen gibt.“ Die Sicherheit des Personals stehe immer an erster Stelle. Ansonsten liegt der Schwerpunkt der Länder, in die Zeitarbeitnehmer entsendet werden, ungefähr gleichmäßig bei West- und Osteuropa. „Die asiatischen Regionen sind aber stark im Kommen“, wissen die Experten aus den Anfragen.

Bei der Lösung komplexer Aufgaben sind in aller Welt hochqualifizierte Spezialisten gefragt

Vieles ist zu klären, bevor ein Randstad Zeitarbeitnehmer für das Kundenunternehmen in den Auslandseinsatz geht. Da geht es zunächst um die Absprache, wohin, wie lange und zu welchen Konditionen der Mitarbeiter in die Ferne reisen soll und welche Aufgaben ihn erwarten. „Häufig sind es Projekte, bei denen Spezialisten verlangt werden. Wenn es etwa um die Montage komplexer Maschinen geht, werden oft Techniker und Ingenieure von Randstad eingesetzt“, weiß das Team vom Cross Border Service. Ansonsten benötigen die Kunden bei solchen Einsätzen in der Regel immer hoch und höher qualifizierte Arbeitnehmer mit besonders gefragten Kenntnissen, die sie im Einsatzland nicht oder nicht so leicht finden können.

Da Randstad ja auch in solchen Fällen Arbeitgeber und damit der Entsender ist, wird mit dem Arbeitnehmer ein Entsendevertrag geschlossen; es sei denn, es handelt sich um eine Dienstreise. Doch das ist längst nicht alles. Denn andere Länder, andere Regelungen: In Frankreich, Belgien, Luxemburg und vielen anderen Staaten gibt es zum Beispiel einen gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Manches ist auch eher erstaunlich: In Polen dürfen Elektriker zum Beispiel im Rahmen von Arbeitnehmerüberlassung nur bis zu einer bestimmten Spannungsstärke arbeiten.

Verwirrend? „Es ist ja unser Know-how und unsere Expertise, solche Regelungen zu kennen“, so Birk Henkelmann. Und mehr noch. Die Kölner Spezialisten wissen zum Beispiel auch in Fragen der Sozialversicherung im Ausland genau Bescheid. Was geschieht beispielsweise, wenn ein Mitarbeiter während des Einsatzes erkrankt? Weder Arbeitnehmer noch Kundenunternehmen müssen solche Fälle fürchten. „Hier berät Cross Border Service die Kollegen der Vertriebsorganisation bereits im Vorfeld. Mit anderen Fachabteilungen wird eng zusammen gearbeitet, damit es im Ernstfall keine bösen Überraschungen gibt“, sagt Sabine Rose.

Rechtliche und steuerliche Fragen spielen eine zentrale Rolle. Und die richtige Qualifikation erst recht

Dies gilt im Übrigen auch bei Fragen des Steuerrechts, administrativen Anforderungen, Vorschriften zur Höchstüberlassungsdauer im Entsendestaat, Fragen der Betriebsratsbeteiligung und vielen anderen wichtigen Gesichtspunkten. So sind zum Beispiel zwischenstaatliche Doppelbesteuerungsabkommen zu beachten, die bestimmen, in welchem Land die Lohnsteuer zu entrichten ist.

„Wir schulen unsere Kollegen im Rahmen von Workshops und Vorträgen, sind aber auch bei Terminen mit unseren Kunden vor Ort dabei. Eine verlässliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist insbesondere im Hinblick auf den Arbeitsschutz und Höchstarbeitszeiten im Ausland unbedingt erforderlich, da auch hier die länderspezifischen Regelungen greifen“, so Birk Henkelmann. Außerdem gewährleistet diese aktive Informationspolitik, dass der entsandte Mitarbeiter die ihm zustehenden Auslösen erhält und natürlich auch in Niedriglohnländern nach dem deutschen Tarifvertrag gezahlt wird.

Dies sind für den Mitarbeiter wichtige Punkte, aber es wird damit auch Sicherheit für die Kundenunternehmen von Randstad gewährleistet, denn bei Verstößen sind sie in der Frage der Haftung die ersten Ansprechpartner für die Behörden vor Ort. Bei aller Vielschichtigkeit der Thematik: Auslandsentsendungen werden für Unternehmen immer häufiger notwendig. Gleichzeitig stellen sie für deren Mitarbeiter eine Herausforderung dar, die oft lukrativ ist und entscheidend zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Deshalb wird ihre Zahl – da ist sich Henkelmann sicher – auch in Zukunft weiter zunehmen.

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