How to use Randstad "€“ Folge 4: Branchenzuschläge

24. September 2012

Ab 1. November gelten die neuen Regelungen

Branchenzuschläge

In welchen Branchen sind die Zuschläge fällig?


Bislang sind Branchenzuschläge für die Metall- und Elektroindustrie sowie die Chemieindustrie zwischen den Arbeitgeberverbänden und den Gewerkschaften verhandelt. Die Tarifangleichung kommt also bei allen Unternehmen zur Anwendung, die Zeitarbeitnehmer beschäftigen und entweder der Metall- und Elektroindustrie oder der Chemiebranche angehören (ausgenommen ist das Handwerk).

Für welche überlassenen Mitarbeiter sind die Zuschläge zu entrichten?


Die Zuschläge werden für alle] Zeitarbeitnehmer erhoben, die im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung in Betrieben der Metall-, Elektro- und der Chemieindustrie tätig sind. Das können auch kaufmännische Mitarbeiter sein.

Wer bestimmt über die Zuordnung eines Unternehmens zu einer Branche?


Verantwortlich für die richtige Angabe der Branchenzugehörigkeit ist immer das Unternehmen, das Zeitarbeitnehmer einsetzt. Bei Zweifeln hinsichtlich der Branchenzugehörigkeit können sich Unternehmen u.a. an die folgenden Institutionen wenden: Agentur für Arbeit, Auskunftei Bürgel, Berufsgenossenschaft, Gewerbeamt, Gewerbezentralregister, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer.
Die entsprechende Angabe wird in den Arbeitnehmerüberlassungsvertrag (wie ANÜV, ZRV) aufgenommen. Falsche Angaben führen auf beiden Seiten sowohl zu kaufmännischen als auch zu rechtlichen Konsequenzen.

Auf welche Fragen müssen sich Unternehmen, die Zeitarbeitnehmer beschäftigen, einstellen?


a) Wenden Sie den Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie bzw. der Chemiebranche an?


b) Wenn nicht, welches regelmäßig gezahlte Entgelt erhält ein vergleichbarer Arbeitnehmer Ihres Betriebs?

Wie hoch sind die vereinbarten Zuschläge?


Die Branchenzuschläge – basierend auf den Entgelten der BAP- und iGZ-Tarifwerke mit der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit – sind nach fünf Stufen gegliedert, die sich nach der Länge der Frist richtet, für die ein Mitarbeiter einem Unternehmer überlassen wird. 


  • 1. Stufe: fällig nach sechs Wochen, Branchenzuschlag von 15%

  • 2. Stufe: fällig nach drei Monaten, Branchenzuschlag von 20%

  • 3. Stufe: fällig nach fünf Monaten, Branchenzuschlag von 30%

  • 4. Stufe: fällig nach sieben Monaten, Branchenzuschlag von 45%
  • 
5. Stufe: fällig nach neun Monaten, Branchenzuschlag von 50%.


In der Chemieindustrie gelten diese Werte für die Entgeltgruppen 1 und 2. In den Entgeltgruppen 3 bis 5 fallen sie niedriger aus, in den Gruppen 6 bis 9 werden keine Zuschläge erhoben.
Bei einer Beschäftigungsdauer von weniger als sechs Wochen ist derzeit kein Branchenzuschlag fällig.

Ab wann gelten die Regelungen?


Die Tarifverträge gelten für alle bisher verhandelten Branchen ab dem 1. November 2012. Mitarbeiter, die am 1. November 2012 bereits sechs Wochen oder länger in einem ununterbrochenen Einsatz im Kundenbetrieb waren, erhalten ab dem 1. November 2012 bereits den Zuschlag in Höhe von 15 Prozent (bzw. 10 Prozent, Entgeltgruppe 3–5 in der chemischen Industrie). Die zweite Stufe, 20 Prozent (bzw. 14 Prozent), gilt dann ab dem 15. Dezember 2012. Für alle weiteren Stufen ist in diesem Fall der jeweils 15. eines Monats maßgeblich.

Was ist die Berechnungsgrundlage für die Zuschläge?


Basis sind die ab 1. November 2012 geltenden Entgelte des gültigen Entgelttarifvertrages für die Zeitarbeit zwischen BZA und DGB mit einer Laufzeit bis 31. Oktober 2013. Die Branchenzuschläge werden dabei nur auf das Tarifentgelt gemäß den Entgelttabellen des Entgelttarifvertrages Zeitarbeit (ETV BZA – DGB) gezahlt, nicht aber auf eventuelle Zulagen.

Kann ein Zeitarbeitnehmer mehr verdienen als ein vergleichbarer Stammmitarbeiter im Kundenbetrieb?

Aufgrund einer in diesem Tarifvertrag normierten Kappungsgrenze gilt generell, dass Zeitarbeitnehmer nicht mehr als 90 Prozent des vergleichbaren Mitarbeiters im Kundenbetrieb verdienen. Würde diese Grenze durch die Auszahlung der Branchenzuschläge überschritten, wären die Zuschläge so zu kappen, dass genau 90 Prozent erreicht werden. Jedoch darf ein Zeitarbeitnehmer niemals weniger verdienen als dies der Entgelttarifvertrag Zeitarbeit vorsieht.

Wie wird sichergestellt, dass die Zuschläge 1:1 an den Mitarbeiter gezahlt werden?


Die Zuschläge kommen den Randstad Mitarbeitern im Kundeneinsatz direkt zugute. Bei Randstad ist eine professionelle, administrative Umsetzung der neuen Regelung selbstverständlich. Darauf können sich sowohl unsere Kunden, als auch Randstad Mitarbeiter im Kundeneinsatz verlassen. Zudem handelt es sich um eine Vorgabe aus dem Tarifvertrag. Demnach ist Randstad als Mitglied des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) dazu verpflichtet, die Zuschläge 1:1 an den Mitarbeiter weiterzugeben.

Bis wann sind die vereinbarten Sätze gültig?


Die aktuellen Verträge haben eine Mindestlaufzeit bis 31. Dezember 2017.

Fallen die Branchenzuschläge bei allen Personaldienstleistern an?


Die Zuschläge sind verbindlich für alle tarifgebundenen Mitgliedsunternehmen von IGZ und von BAP, die den zwischen BZA und den Einzelgewerkschaften des DBG verhandelten Tarifvertrag anwenden – darunter auch Randstad.

Wie steht Randstad zu den Zuschlägen?


„Es wurde eine Lösung gefunden, die eine langfristige Planungssicherheit für Kunden und Zeitarbeitnehmer schafft und das Potential der Branche als flexibles Arbeitsmarktinstrument weiterentwickelt.“ (Eckard Gatzke, Vorsitzender der Geschäftsführung Randstad Deutschland). Weitere Informationen finden Sie auch im Randstad Positionspapier Branchenzuschläge.

Wer ist bei Fragen mein Ansprechpartner bei Randstad?

Ihr jeweilige Kundenbetreuer steht Ihnen bei Fragen mit weiterführenden Informationen zur Seite.


Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie außerdem auf unserer Website.


How to use Randstad 

Die Serie „How to use Randstad“ bietet Ihnen hilfreiche Informationen zu Leistungen und Service von Randstad, gibt Tipps und zeigt neue Möglichkeiten für Ihr Unternehmen auf. Bislang erschienen: 


Folge 1: Randstad Managed Services


Folge 2: Übernahme von Mitarbeitern


Folge 3: Personalvermittlung

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