Initiative zur Inklusion

25. Mai 2016

Randstad unterstützt ein Programm für kleinere und mittlere Betriebe.

Mit der Initiative „InkluJobs“ hat das Netzwerk Inklusion Deutschland e.V. gemeinsam mit der CSR-Beratung Good Growth ein Programm für den Mittelstand geschaffen, an dem sich Randstad seit 2015 aktiv beteiligt. Die Initiative verfolgt das Ziel bei kleinen und mittelständischen Unternehmen das Interesse für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zu wecken und ebnet ihnen den Weg zu mehr Inklusion.

Inklujobs ist ein Pilotprojekt, das sich zunächst auf Frankfurt am Main und den Hochtaunuskreis fokussiert. Gefördert wird Inklujobs im Zuge des Modell-projektes HePAS des Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, dem LWV Hessen Integrationsamt sowie der Randstad Stiftung.

Im Rahmen des Projektes stellt Randstad Mitarbeiter als Peer-Berater* für Workshops frei, um Arbeitgeber für Inklusion zu sensibilisieren. Das Besondere ist, dass Menschen mit Behinderung als Berater fungieren und aus ihren eigenen Erfahrungen berichten können.

*Peer-Beratung bezeichnet die Beratung durch gleichartige Menschen


Interview mit Alexandra Cremer, Vorsitzende des Netzwerks Inklusion Deutschland e.V.

Politikbrief: Frau Cremer, alle reden von Inklusion, doch die Umsetzung ist oft steinig. Wie zufrieden sind Sie mit den Fortschritten seit Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention?

Cremer: In Deutschland bekommt Inklusion ganz langsam einen höheren Stellenwert. Kinder mit und ohne Behinderungen werden zunehmend gemeinsam in Regelschulen unterrichtet und die Initiativen für Inklusion im Arbeitsmarkt steigen. Das begrüßen wir natürlich sehr! Wenn wir aber bedenken, dass die Behindertenrechtskonvention in Deutschland schon 2009 in Kraft trat, müssten wir eigentlich bei der Umsetzung schon ein gutes Stück weiter sein. Bei Inklusion sind wir aber leider eher Entwicklungsland. Wir möchten jetzt mit dem Projekt InkluJobs den Prozess ein wenig beschleunigen.

Politikbrief: Viele Betriebe zögern, Menschen mit Behinderung einzustellen. Dabei sammeln jene, die sich trauen, überwiegend gute Erfahrungen. Woran liegt die Zurückhaltung?

Cremer: Es ist menschlich, dass Arbeitgeber, die nie zuvor Kontakt mit behinderten Menschen hatten, erstmal Vorbehalte haben. Berührungsängste und fehlende Erfahrungen führen dazu, dass lieber ein Kandidat ohne Behinderung eingestellt wird, um dem Thema weiterhin aus dem Weg zu gehen. Deshalb arbeiten wir daran, Begegnungen in offener Atmosphäre zu schaffen, um Berührungsängste und Vorurteile abzubauen. Das ist unser Weg, den wir für den richtigen Ansatz halten. Wir haben ein tolles Netzwerk an Menschen mit Behinderung, die bereits seit Jahren erfolgreich im Job stehen und uns nun in unseren Workshops unterstützen. Zudem veröffentlichen wir kurze Videoportraits von Menschen mit Behinderung, die bereits im Berufsleben stehen und davon berichten. Sehenswert!

Politikbrief: Ist ein inklusiver Arbeitsplatz nicht schlicht und ergreifend teurer?

Cremer: Nein. Vielen Arbeitgebern ist das breite finanzielle und organisatorische Unterstützungsangebot nicht bekannt. Da können wir und unsere Partner weiterhelfen. Und wenn das Matching zwischen Kompetenzen und Jobprofil gut passt, sind Mitarbeiter mit Behinderung mindestens so engagiert und produktiv wie ihre Kollegen — wenn nicht gar noch mehr, denn die Wertschätzung eines Arbeitsplatzes ist oft eine andere.

Politikbrief: Welche Jobprofile sind denn besonders gut geeignet für Mitarbeiter mit Behinderung?

Cremer:Das kann man pauschal nicht sagen, denn die Bandbreite unterschiedlicher Beeinträchtigungen und die Bandbreite an Jobanforderungen sind so bunt, wie das Leben selbst. Deshalb bieten wir Betrieben eine kostenlose und individuelle Analyse ihrer Jobprofile an, um dann mit unseren Partnern geeignete Kandidaten zu finden. Und manchmal kann man aus Bausteinen unterschiedlicher Jobprofile auch einen ganz neuen Job generieren.

Politikbrief: Was können Betriebe tun, die gern „inklusive Arbeitgeber“ werden möchten?

Cremer: Das Wichtigste ist die Bereitschaft, sich auf das Thema Inklusion im Joballtag als Unternehmen oder als Team einzulassen. Am besten ruft uns jemand aus dem Betrieb einfach an und wir besprechen individuell, welches Vorgehen sinnvoll erscheint. Die Beratung und die Workshops von InkluJobs sind für kleine und mittlere Betriebe kostenlos. Man muss sich nur trauen, es anzugehen!

Mehr Informationen auf
: www.inklujobs.de oder
 per Mail an [email protected] 

 

Alexandra Cremer, Vorsitzende des Netzwerks Inklusion Deutschland e.V.

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