iPhones bewegen die Bewerberwelt

Ein neues Buch zeigt die bisher übersehenen Geschäftspotenziale von Smartphones im B2B"Bereich: Wie Randstad Online-Experte Frank Wagner als Gastautor darin erläutert, wird das mobile Recruting dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Das Smartphone verändert die Welt der Kommunikation

Das Smartphone ist da – und es verändert die Welt der Kommunikation. Was für jeden einzelnen Besitzer eines iPhones oder ähnlicher mobiler Endgeräte gilt, das lässt sich auch auf den ganzen Nutzer-„Schwarm“ übertragen: Vor allem in der privaten Nutzung haben Apps und alles, was in deren Gefolge auf dem Display auftaucht, einiges verändert. Dies spiegelt sich auch im einschlägigen Angebot, das bisher überwiegend den persönlichen Bereich adressiert, der sich über allerlei Neuentwicklungen und eine Evolution dessen freuen darf, was das Internet bisher zuließ. Die Wissenschaftler Michael Amberg und Michael lang von der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen stellen allerdings fest: Was der technische Fortschritt an Innovationen erlaubt, wird im Geschäftsleben noch nicht annähernd ausgeschöpft. In ihrem gerade erschienenen Buch „Innovation durch Smartphone & Co.“ stellen sie deshalb „Die neuen Geschäftspotenziale mobiler Endgeräte“ dar (symposion verlag, ISBN 978-3-939707-79-0), aus denen sich B2B-Märkte von morgen entwickeln sollen.

Sie suchen dabei nach Antworten auf die Fragen: Welche Entwicklungen werden welche Märkte verändern? Welche neuen Geschäftsmodelle entstehen? Welche Mobile-Business-Strategie ist die richtige? Wie können attraktive Angebote entwickelt werden? Welche Risiken bestehen? Sie sehen aber auch, dass neben aller Innovation auf technischer Seite auch die kommunikative Ebene und die Veränderung bestehender Prozesse im Unternehmen einen Blick lohnen: Welche internen Prozesse können durch mobile Applikationen verbessert werden? Wer kann davon profitieren? Wie lassen sich die neuen Technologien managen?

Emotion reichert die Technik an

Es überrascht wenig, dass dabei zunächst die technischen Optionen im Vordergrund stehen. Wenn aus dem Kreis der versammelten Fachautoren die „Mobilisierung von Anwendungen in der Industrie“ oder „Chancen und Risiken von Mobile ERP“ erörtert werden, dann liegt dieser Ansatz nahe. Auch die Darstellung von „Marktplätzen für mobile Anwendungen“ bedarf bei seriösem Herangehen einer gewissen Abstraktion. Nur so lassen sich die dort sichtbaren Erkenntnisse auch in die Realität einer höchst heterogenen Business-Welt übertragen. Umso erfreulicher also, wenn dann doch relativ früh im Buch, zudem ausführlich und tiefschürfend der human factor betrachtet wird. Etwa dann, wenn sich Matthias Hetzel Gedanken macht über „Smartphones als Wegbereiter für Kundentreue“. Als Startup-Gründer und Berater für Mobile Entertainment und Kundenbindung sieht er in iPhone & Co. eine „Trägertechnologie für emotionale Kundenbindungslösungen“. Warum? Weil alle einschlägigen Geräte inzwischen die Abspielmöglichkeit für Musik- und Videodateien enthalten, ergeben sich neue Wege, um die Loyalität, die sie mit einem Kauf zeigen, sofort zu belohnen – und dies mit Prämien, die selbst über eine hohe emotionale Komponente verfügen. Das anschließende „Sharing“ über Social Media erlaube es zudem, die Wirkung der Prämie in den Freundeskreis des Käufers hinein zu verlängern. Der Wirkungsgrad geht damit deutlich über bisher bekannte Online- oder Mobil-Formate hinaus.

Mobile Information für mobilen Nachwuchs

Einen ähnlichen Effekt konstatiert Frank Wagner für das Mobile Recruiting. Der bei Randstad Deutschland im Bereich Onlinemarketing tätige Diplom-Pädagoge und Projektmanager für das Online Recruiting stellt in seinem Beitrag die Kommunikation per Smartphone als geeigneten Weg dar, um jüngere Zielgruppen anzusprechen und damit aktiv den Bewerbermarkt der Zukunft anzusteuern. „Personalsuchende Unternehmen sind schon heute gezwungen, sich auf neue und vor allem zielgruppenspezifische Medien und Kanäle zur Bewerberansprache vorzubereiten“, stellt Wagner fest. Täglich aktualisierte Online-Jobbörsen hätten bei jungen Leuten den samstäglichen Stellenmarkt in der Zeitung abgelöst. Genau jene potenziellen Bewerber von morgen, die mit einer Erwartungshaltung in Sachen „Kommunikation am Arbeitsmarkt“ aufwüchsen, stellen nach seiner Erkenntnis „die – aus Sicht der Personaler – interessanteste Zielgruppe dar“. Wer seine Reisen online buche, für den ist auch der „Online-Check-in“ beim nächsten Arbeitgeber ganz selbstverständlich: „Mit dem Internet als neuem Leitmedium müssen deshalb die Kommunikations- und Informationsbeschaffungsprozesse gerade im Bereich der Online-Rekrutierung grundlegend überdacht werden“, so Wagners Fazit. „Aufgrund der Verlagerung von einer stationären hin zu einer mobilen Nutzung ist das mobile Internet der nächste logische Schritt.“ Und das dafür ausgelegte Smartphone unverzichtbar.

Weiterbildung findet neue Wege

Dies könnte sich auch in einem weiteren zentralen Feld des Personalmanagements so erweisen – in der Weiterbildung. Wie Karl Wilbers, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik und Personalentwicklung in Erlangen, und seine wissenschaftliche Mitarbeiterin Maria Karlsperger in dem Buch darlegen, wird mobiles Lernen die berufliche Bildung in absehbarer Zeit nachhaltig verändern. „Einer der größten Vorteile der kleinen Geräte ist“, so schreiben sie in ihrem Beitrag, „dass man sie jederzeit dabei hat und somit der Zugang zum mobilen Lernen jederzeit möglich ist.“ Die weltweite Verbreitung von Mobiltelefonen erleichtere die Verbreitung von Informationen gegenüber dem PC deutlich. Die Aufgabe liege nun darin, den Handicaps mobilen Lernens wie kleine Displays, leichte Ablenkung und unstrukturiertes Umfeld zu begegnen. Ein direkter Transfer bestehender Lerninhalte auf mobile Geräte jedenfalls sei nicht sinnvoll. Zahlreiche Szenarien aber zeigten schon jetzt erfolgversprechende Perspektiven.

Im Profil

Frank Wagner Dipl.-Päd. studierte Erwachsenenbildung (Bildungsmanagement, E-Learning und Philosophie) in Wuppertal und Mainz und arbeitete als Online-Redakteur, Redaktions- und Projektleiter in diversen Internetagenturen. Seit 2006 ist er beim Personaldienstleister Randstad Deutschland im Bereich Internet Solutions tätig. Neben der Weiterentwicklung des Internetauftritts verantwortet Frank Wagner als Teammanager die Bereiche Onlinemarketing und Webanalyse. Seit 2010 betreut er darüber hinaus als Projektmanager den Bereich Mobile Recruiting.

Bibliographie

Innovation durch Smartphone & Co, Hrsg.: Michael Amberg, Michael Lang Hardcover 408 Seiten, Symposion Verlag Düsseldorf, ISBN 978-3-939707-79-0, 1. Auflage 2011 , EUR 69,00 (inkl. MwSt. und Versandkosten)