Krisenmanager Randstad

31. Mai 2009

Randstad: Berechenbar und zuverlässig auch in schweren Zeiten. Ein Gespräch mit Geschäfts­führerin Sabine Zipser.

Wenn Sie in letzter Zeit selbst eine neue Anstellung gesucht oder auf diversen Jobportalen Annoncen geschaltet haben, ist Ihnen sicher eine Vielzahl an neuen, recht kreativen Jobtiteln untergekommen. Viele Unternehmen, vor allem junge Startups, setzen bei der Suche nach geeignetem Personal auf ungewöhnliche Stellenbeschreibungen wie „Superstars“, „Champions“ oder „Bosse“.

Doch ergeben sich hierdurch einige Schwierigkeiten. Wer verwendet Begriffe wie Ninja oder Rockstar bei der Jobsuche? Es mag vielleicht in sozialen Medien eine kreative Abwechslung sein, aber auf großen Jobportalen wird man als Unternehmen mit diesen Ausschreibungen wohl eher untergehen.

Natürlich weckt man in den Bewerbern ein gutes Gefühl. Wer Ninja oder Rockstar ist, scheint eine wichtige Rolle im Firmengeschehen zu haben. Jedoch welche eigentlich genau? Das bleibt meist offen. Ist die Jobbeschreibung nicht detailliert genug, kann es im Gegensatz zu klassischen Jobtiteln schon mal zu Verwirrung kommen, welche Rollen und Aufgaben man in Zukunft übernehmen wird. Eines haben diese neuen Jobs jedoch gemeinsam: Sie sind humorvoll, kreativ und es wird sich wohl nicht jeder trauen, sich auf diese Stellen zu bewerben.

Wie meistern wir die Krise? Wo erhalten wir praktische Ratschläge? So oder so ähnlich lauten dieser Tage die Kernfragen in jedem Unternehmen. Ein heilbringendes Rezept kann niemand ausstellen, aber den Partnern die eigenen positiven Erfahrungen zugänglich machen, das ist nicht nur möglich, sondern bei Randstad Tradition. Miteinander im Team durch gute und durch schlechte Zeiten marschieren, das ist das Erfolgsrezept von Sabine Zipser, Randstad managing director operations south.

In Deutschland ist fast alles gesetzlichen Regelungen unterworfen. Ist es in diesem Rahmen überhaupt möglich, Empfehlungen in der Krise auszusprechen?

Sabine Zipser: Empfehlungen sind schwierig, aber Ratschläge kann man geben. Ich würde auf jeden Fall sehr eng mit meinem Betriebsrat in die Gespräche gehen, und das schon im Vorfeld.

Worauf sollte das erste Augenmerk gerichtet werden?

Sabine Zipser: Als Personalleiter würde ich zuerst schauen: Kann der Mitarbeiter im Unternehmen vielleicht auch an anderen Stellen eingesetzt werden, an denen er in der Krisensituation nutzbringender untergebracht ist? Wer hat Schlüsselqualifikationen im Unternehmen und wie variabel und flexibel sind die Menschen? Wenn es schließlich zu Entlassungen kommt, muss man sowieso alles nach Sozialplan abwickeln.

Randstad ist als Unternehmen gut organisiert und hat einen tatkräftigen und loyalen Betriebsrat. Was machen Unternehmen ohne Betriebsrat?

Sabine Zipser: Unternehmen, die auf einen Betriebsrat und auf einen Sozialplan verzichten, gehen unternehmerisch ein ziemlich hohes Risiko ein. Es sind hauptsächlich diese Unternehmen – vornehmlich auch aus dem Mittelstand – die sich mit ihren Mitarbeitern dann vor dem Arbeitsgericht wiederfinden.

Worauf sollte im Fall der Trennung von Mitarbeitern besonders geachtet werden?

Sabine Zipser: Gespräche führen und Transparenz zeigen! Man sollte sich wirklich mit jedem Mitarbeiter, den man entlassen muss, zusammensetzen, erklären, warum man das tun muss und nicht die Kündigung kommentarlos per Post zusenden.

In welcher Form können mit dem Kunden gemeinsame Wege zur Lösung der Krise gefunden werden?

Sabine Zipser: Es ist oft so, dass unsere Kunden den Wunsch haben, dass die Randstad Mitarbeiter bei ihnen bleiben oder auch kundeneigene Lösungen begleiten. Desweiteren wird natürlich auch die Chance genutzt, jetzt in der Zeit der Krise die Mitarbeiter zu qualifizieren; das geschieht in Absprache mit dem Kunden.

Randstad bietet aber auch zusätzliche Dienstleistungen an …

Sabine Zipser: Viele unserer Kunden sind in diesen Zeiten sehr vorsichtig und scannen ihre Zulieferer. Zum Teil werden die Zulieferer-Unternehmen von unseren Kunden finanziell gestützt, damit sie weiter überleben. Manche gehen aber auch in die Insolvenz. Wir geben von unserer Seite aus Hilfestellung über unser juristisches Referat. Wir unterstützen mit unseren Kollegen von der Rechtsabteilung natürlich auch bei der Beratung zum Thema „Subsidiärhaftung“.

Eingangs hatten wir darüber gesprochen, dass ein Lösungsweg nur über den Betriebsrat führen kann; wie können wir Unternehmen ohne Betriebsrat unterstützen?

Sabine Zipser: Wir haben Workshops in der Region angeboten, wo wir viele Kunden eingeladen haben, um sie rechtlich über die Subsidiärhaftung zu informieren.

Gerade für einen Personaldienstleister ist es aber auch besonders wichtig, den Blick auf die Zeit nach der Krise zu lenken.

Sabine Zipser: Neben den Qualifizierungsmaßnahmen unterstützen wir vor allem Großkunden in der Personalplanung. Wir überlegen gemeinsam, wie wir in Zukunft voranschreiten werden, denn auch die Zeit nach der Krise ist wichtig. Outsourcing ist ebenfalls ein starkes Thema unserer Kunden, so wie auch die Personalvermittlung. Diese Form läuft in beide Richtungen; wir übernehmen also auch qualifiziertes Personal unserer Kunden.

Wodurch zeichnet sich Randstad gegenüber den anderen Zeitarbeitsunternehmen aus?

Sabine Zipser: Das Besondere ist, dass wir sehr nah an unserem Kunden sind, dass wir mit den Kunden Lösungen besprechen. Zuverlässigkeit, Berechenbarkeit und vor allem Subsidiärhaftung sind die Klassiker. Wir sind Marktführer, international aufgestellt und machen sehr viel im Bereich der Qualifikation. Die Kunden sind sehr froh, dass wir so viel Kompetenz in diesem Bereich haben und so breit aufgestellt sind.

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