Kurzarbeit auf dem Vormarsch

31. Mai 2009

Im Randstad Expertenpanel Personal sind über 700 Personalexperten registriert. Mit Hilfe dieses Kreises werden regelmäßig Trends und Stimmungen im Personalmarkt gemessen.

Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten immer mehr Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt und ganze Berufsfelder ausgelöscht werden. So ist zum Beispiel vor allem in Branchen wie der Automobilindustrie damit zu rechnen, dass Maschinen einen Großteil der Arbeitsprozesse übernehmen werden.

Dennoch gibt es Berufsfelder, in denen menschliche Logik und Interaktion essentiell sind und die nicht durch Roboter ersetzt werden können. So werden insbesondere soziale Berufe wie etwa die der Psychologen, Therapeuten und Sozialarbeiter weiterhin einen Bedarf an „menschlichem“ Personal aufweisen. Empathie und Menschenkenntnis sind hier Voraussetzung.

Zudem wird die Arbeit eines Arztes nicht durch einen Roboter ersetzt werden können – zumindest was den Umgang mit Patienten, Diagnosestellung und die Analyse der Beschwerden betrifft. In der Chirurgie hingegen setzt man bereits in manchen Teilen bereits auf künstliche Intelligenz.

2009 Juni 270 Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung. Die Ergebnisse der aktuellen Befragung vom März 2009 zum Thema „Personalführung in der Krise“ zeigen Branchentrends und Entwicklungen auf.

Ein klares Votum für die Kurzarbeit zeichnet sich bei der Frage ab, welche Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung in deutschen Unternehmen hauptsächlich ergriffen werden. Immerhin jeder fünfte Betrieb setzt bereits Kurzarbeit ein oder hat sie in naher Zukunft geplant. Auch Überstunden und Weiterbildung werden als adäquates Mittel angesehen.

Um die Krisenwirkung einzudämmen, schrecken Unternehmen auch vor Entlassungen nicht zurück. Immerhin ein Fünftel hat bereits Kündigungen ausgesprochen oder zieht es in Betracht. Das Thema Gehalt wird hingegen eher vorsichtig angefasst. Nullrunden bei Gehältern schließen immerhin 60 Prozent der Befragten aus. 25 Prozent können sich eine Nullrunde für alle Mitarbeiter vorstellen.

2009 Juni Veränderung der internen Kommunikation. Kein Maulkorb in der Krise

Die Ergebnisse zur Veränderung der internen Kommunikation in der Krise sind ebenfalls bemerkenswert. Der Trend geht zu einem eher offenen Umgang mit der Krise. Immerhin knapp 65 Prozent gaben an, dass die Krise nicht dazu beiträgt, weniger zu kommunizieren. Fast 60 Prozent verneinten auch die Frage, ob durch die Krise nur noch oberflächlich ohne Nennung genauer Details informiert wird. Bei 30 Prozent der Befragten ändert sich durch die Krise überhaupt nichts am Kommunikationsverhalten. Lediglich 16 Prozent der Befragten gaben an, durch die Krise weniger zu kommunizieren. Die Mitarbeiter zeigen sich in Krisenzeiten sehr interessiert am eigenen Unternehmen: Über 40 Prozent der Personalverantwortlichen geben an, dass von Seiten der Mitarbeiter deutlich mehr nachgefragt wird. 45 Prozent beziehen die Mitarbeiter in der Krise stärker in ihre Kommunikation ein.

Insgesamt wurden 302 Personen telefonisch zum Thema „Personalführung in der Krise“ befragt. Vor allem aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich wurden Personalverantwortliche für das Expertenpanel befragt. Durchgeführt wurde die Befragung durch ein unabhängiges Marktforschungsinstitut, die INNOFACT AG aus Düsseldorf.

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