Nachfrage nach Personalvermittlung nimmt zu

17. August 2018

Wer weiß, wo sich geeignete Fachkräfte für den akuten Bedarf im Betrieb finden lassen, verschafft Unternehmen einen echten Vorteil. Szilvia Lengyel, Head of Permanent Placement bei Randstad Deutschland, erläutert im Interview die wachsende Bedeutung von Personalvermittlung – insbesondere für kleine und mittelständische Firmen.

Szilvia Lengyel

Wer den Arbeitsmarkt aufmerksam beobachtet, dem drängt sich der Eindruck auf, dass es eine verstärkte Nachfrage bei der Personalvermittlung gibt. Wie sehen Sie das?
Szilvia Lengyel: Der Eindruck stimmt. Die Zahl der Unternehmen hat deutlich zugenommen, die neue Mitarbeiter über Dienstleister gewinnen und sich bei dieser Aufgabe Unterstützung ins Haus holen. Oder sie lagern sie sogar ganz aus.

Personalabteilungen fehlen Kapazitäten

Gibt es dafür einen Grund – oder sogar mehrere?
Szilvia Lengyel: Ich sehe in der Tat eine ganze Reihe von Gründen, strukturell wie organisatorisch. Aber zwei davon fallen besonders ins Gewicht. Allen voran den Bedarf von kleineren und mittleren Unternehmen, im Wettbewerb um Fachkräfte mit den großen Firmen mithalten zu können. Je spezieller die Suche, umso aufwendiger sind inzwischen das Recruiting und das Aufspüren passender Kandidaten. Die klassischen Personalabteilungen haben keine Kapazitäten mehr, um den Markt effizient zu durchsuchen – zumal, zweiter Grund, an anderer Stelle wie bei Work-Life-Balance und Arbeitszeitmodellen zusätzlicher HR-Aufwand entsteht.

Was bringt Personaldienstleister wie Randstad ins Spiel?
Szilvia Lengyel: Unsere weitreichende Präsenz und umfassende Kenntnis in den diversen Branchen und Berufsgruppen ist unser Vorteil in der Personalvermittlung und -beratung. Die Wahrscheinlichkeit ist dadurch sehr hoch, dass wir eine geeignete Fachkraft kennen, um dem Besetzungswunsch eines Unternehmens zu entsprechen. Unsere Kenntnis von Talenten und Möglichkeiten potentieller Mitarbeiter ist unmittelbar verfügbar. Das verkürzt den Prozess des Suchens und reduziert das Risiko von Fehleinschätzungen.

Passgenau den Personalbedarf klären

Aber steht das nicht im Kontrast zur klassischen Zeitarbeit, wenn dann Mitarbeiter dauerhaft in Anstellungen vermittelt werden?
Szilvia Lengyel: Nicht, wenn man „Personaldienstleistung“ so versteht, wie wir das bei Randstad schon immer gehalten haben – dass wir den Personalbedarf unserer Kunden bedarfsgerecht, zuverlässig und nachhaltig bedienen. Wir kennen keine zwei Klassen von Mitarbeitern, sondern nur die passgenaue Lösung für das Unternehmen mit Personalbedarf. Auch dies übrigens ein Vorteil bei der Personalvermittlung…

Weil?
Szilvia Lengyel: … wir auch die Situation und den Bedarf des Kunden aus unserer Geschäftsbeziehung heraus kennen und einschätzen können. Darum sehen wir uns nicht nur als Beschaffer von Mitarbeitern, sondern immer auch als Ratgeber und Berater der HR-Verantwortlichen.

„Active Sourcing“ als Mittel der Wahl

Wie sieht das in der Praxis aus?
Szilvia Lengyel: Wir, als Randstad, können – wie in der Vergangenheit schon – zum einen jederzeit auf bekannte und qualifizierte Kandidaten zugreifen. Wir folgen zum anderen der Dynamik am Markt und dem Bedarf der anfragenden Unternehmen. Dabei setzen wir zunehmend auf weitere Strategien, insbesondere bei Spezialisten auf das Active Sourcing. Wir orientieren uns dabei am Anspruch des Kunden, was Qualifikation und Befähigung der Kandidaten angeht.

Welche Rolle spielt Digitalisierung überhaupt für die Personalvermittlung?
Szilvia Lengyel: Die Digitalisierung ist unbestreitbar das, was man gemeinhin als „game changer“ bezeichnet – übrigens durchaus nicht zum Nachteil der kleinen und mittleren Unternehmen. Viele Hürden und Ungleichheiten lassen sich durch die digitale Effizienz und das damit verbundene Tempo überwinden. Der Fundus, auf den die Berater zugreifen, ist größer, besser strukturiert und schneller überprüfbar – unabhängig vom Umfang und von der Qualität der Anfrage. Eine passgenaue Lösung für den Kunden ist damit wahrscheinlicher als in der Vergangenheit.

Digitalisierung schafft Freiraum für Beratung

Das bedeutet aber auch, dass der eigentliche Rat bzw. die Personalempfehlung nicht von der Maschine kommt, sondern von Menschen?
Szilvia Lengyel: Die Digitalisierung mag Volumen und Tiefe verfügbarer Daten vergrößern sowie Arbeitsprozesse vereinfachen und beschleunigen. Aber daraus etwas zu machen – sei es eine Empfehlung, sei es eine konkrete Handlung – das ist nach wie vor unmittelbar mit menschlichen Fähigkeiten verbunden. Wo Technik und Menschen aufeinandertreffen, müssen beide sich ergänzen. Im Idealfall schafft die Digitalisierung neuen Freiraum für Ideen und Kreativität. Darin sehe ich den eigentlichen Effizienzgewinn – in mehr Zeit für unsere Kandidaten und Kunden. Dort, wo wir in der Personalvermittlung gefordert sind, macht sich das schon jetzt bemerkbar.

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