Randstad engagiert sich.

25. Januar 2016

Initiative zur Fachkräftegewinnung und -sicherung. Mit der Initiative „Eine TQ besser“ haben Arbeitgeberverbände und Bildungswerke der deutschen Wirtschaft ein Programm für die Nach- und Teilqualifizierung von Arbeit­nehmern geschaffen, an dem sich seit dem Jahr 2014 auch Randstad aktiv beteiligt.

Die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer

Die Initiative leistet vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des technologischen Wandels einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftegewinnung und -sicherung.

Im Rahmen dieser Initiative hat Randstad als Mitglied des „Zukunftsvertrages Zeit­arbeit“ zusammen mit fünf weiteren Personaldienstleistern und der Bundesagentur für Arbeit ein Teilqualifizierungsprogramm mit den Zielrichtungen Maschinen-/Anlagen­führer und Lagerfachkraft aufgelegt, sowie eine Umschulungsmaßnahme zum Industrie­mechaniker.

Bei dem Modell der modularen Teilqualifizierung, das sich insbesondere an Arbeitsuchende ohne Berufsabschluss richtet, wird die Ausbildung, z.B. zum Maschinen-/Anlagenführer, in einzelne Abschnitte (Module) untergliedert. Der Vorteil ist: Für jedes bestandene Modul bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat und erhalten so direkt einen Nachweis über ihre erworbene Qualifikation. Sind alle Module erfolgreich absolviert, können die Teilnehmer bei der IHK die Externenprüfung ablegen und einen Facharbeiterabschluss erwerben.

Alle modularen Bausteine werden nach einheitlichen Standards durchgeführt und sind – allerdings gilt das nur für einige wenige Aus­bildungsberufe – bundesweit anerkannt.

Interview mit Herrn Habib Can

Herr Can, Sie nehmen an einer Qualifizierungsmaßnahme zum Maschinen- und Anlagenführer teil, die von Randstad in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit durchgeführt wird. Welchen schulischen und beruflichen Weg hatten Sie schon bis dahin hinter sich?

Habib Can: Ich habe einen Hauptschulabschluss gemacht und danach noch ein Berufsvorbereitungsjahr absolviert, da ich noch nicht 18 Jahre alt war. Im Anschluss habe ich versucht den Realschulabschluss auf der Abendschule nachzuholen. Aufgrund des Zeit- und Geldmangels musste ich aber nach eineinhalb Jahren abbrechen. Dann folgten unterschiedliche Beschäftigungsabschnitte: In einer Zeitarbeitsfirma, Arbeitslosigkeit, als Schlosser in Holland, in einer Druckerei, in einer Zeitarbeitsfirma. Man kann sagen, dass 80% meiner Tätigkeiten über Zeitarbeitsfirmen zustande kamen.

Warum haben Sie sich für diese Qualifizierung interessiert?

Habib Can: Ich wollte die ganze Zeit schon eine Ausbildung machen, da dann die Erfolgschancen für eine gut bezahlte Arbeit höher sind. Vor der Qualifizierung habe ich bei einer Bäckerei mit 120 Filialen gearbeitet. Auch diese Beschäftigung ging über eine Zeitarbeitsfirma. Nach einem Jahr bekam ich das Angebot dort eine Ausbildung zu machen. Ich möchte aber nicht mein ganzes Leben lang in Nachtschicht arbeiten und habe daher abgelehnt. Ich wollte lieber was anderes machen, in Richtung Industrie­mechaniker oder Schlosser. Auf dem Arbeits­amt hat man mir keine zwei Monate später diese Qualifizierungsmaßnahme angeboten und ich haben nicht lange überlegt. Ich habe mich sehr gefreut diese Chance zu bekommen.

Haben Sie sich im Voraus überlegt wie die Durchführung die Teilqualifi­zierung ablaufen wird?

Habib Can: Ich dachte, sie ist wie eine Ausbildung aufgebaut. Dann habe ich bei der Einführung festgestellt, dass sie anders geregelt ist als eine normale Ausbildung. Die Prüfungen nach jedem Modul zum Beispiel, die auch darüber entscheiden, ob man weiter kommt.

Habib Can im Interview

Haben sich Ihre Vorstellungen bezüglich der TQ bisher erfüllt?

Habib Can: In vieler Hinsicht haben sie sich erfüllt. Es ist wichtig einen Abschluss zu haben, um auch anständig Geld zu verdienen und da ist man mit dieser Maßnahme auf einem guten Weg.

Welches Ziel hatten Sie mit der Teilnahme an der Qualifizierung?

Habib Can: Mein Ziel hat sich verändert. Am Anfang wollte ich die Teilqualifizierung gut bestehen und zu Ende machen. Jetzt denke ich auch über eine Weiterbildung nach.
Insgesamt bestätigt sie mich, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich bin auch sehr zufrieden mit meinen Noten. Ich habe aber den Ehrgeiz noch besser zu werden. Das Gute ist, dass ich nicht so lange von der Schule weg bin, daher fällt mir vieles leichter als manch anderem. 

Was hat sich in Ihrem Privatleben seit der Teilnahme an der Qualifizierung verändert?

Habib Can: Immer zwei bis drei Wochen vor der Prüfung habe ich Lernstress.

Am Anfang hat man uns deutlich gesagt, wie wichtig es ist, die Prüfungen der einzelnen Module zu bestehen. Heißt: Wer die Prüfungen nicht schafft, fällt durch. Einige Teilnehmer sind auch nicht mehr da, sie haben die Maßnahmen nicht durchgehalten – aufgrund der Prüfungen, aber auch, weil sie noch andere Probleme haben. Ich genieße es inzwischen sehr, freie Wochenenden zu haben und mir nicht ständig Gedanken machen zu müssen, was ich jetzt machen soll.

Was hat Ihnen während der Module am meisten Spaß gemacht?

Habib Can: Das Arbeiten an der Drehmaschine macht Spaß und ich finde es gut, immer wieder neue Aufträge und Herausforderungen anzunehmen.

Was möchten Sie bis in fünf Jahren erreicht haben?

Habib Can:  Eine Wohnung hätte ich gerne. Außer­dem nicht jeden Tag die Sorge, was ich
machen muss, damit es mir gut geht. Ansonsten eine Familie gründen, ein Auto besitzen, vielleicht sogar einen BMW? Das erreiche ich hoffentlich, wenn ich so weiter mache.

Würden Sie auch anderen Menschen die Qualifizierung empfehlen?

Habib Can: Auf jeden Fall. Vor allem jenen, die mit über 25 Jahre keinen Ausbildungsplatz mehr bekommen und die Noten nicht reichen, denen würde ich sie weiter empfehlen. So bekommt man eine Chance einen Abschluss nachzuholen.

Info zur Person Habib Can

Herr Can ist Teilnehmer einer Maß­nahme zum Maschinen- und Anlagenführer. Er hat einen Hauptschulabschluss und musste aus Zeit- und Geldmangel die Abendschule, bei der er seinen Realschulabschluss machen wollte, vorzeitig beenden. Danach hat er verschiedene Tätigkeiten, meistens auf der Basis von Aushilfsarbeiten ausgeübt. Mit der Teilnahme an der Qualifizierung, die ihm sehr wichtig ist, will er sich seine beruf­liche Zukunft als Facharbeiter aufbauen.

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