Was tun gegen den Azubimangel?

Die Berufsausbildung war bisher ein Erfolgsmodell in Deutschland. Doch das System bröckelt. Unternehmen suchen dringend Nachwuchs, immer mehr Ausbildungsstellen bleiben offen.

Ein Großteil der Industrieunternehmen in Deutschland nutzt die Lehrlings- oder Berufsausbildung. Bisher war die Ausbildung ein großer Vorteil für Betriebe, um den Bedarf an Fachkräften langfristig zu decken. Inzwischen bleiben Ausbildungsplätze in Deutschland immer häufiger unbesetzt.

Was können Betriebe tun, um mehr junge Talente erfolgreich auszubilden?

1. Zielgerichtet suchen

Obwohl die Zahl der unbesetzten Lehrstellen wächst, finden immer noch viele Bewerber keinen Ausbildungsplatz. Zahlreiche Jugendliche befinden sich im Übergangsbereich zwischen Schule und Beruf. Sie besuchen Sprachkurse oder absolvieren ein Berufsvorbereitungsjahr. Mit gezielter Ansprache können Unternehmen in diesen Gruppen geeigneten Nachwuchs finden.

2. Das Richtige versprechen

Unternehmen wissen, dass sie Kandidaten aktiv umwerben müssen. Dabei schießen aber manche über das Ziel hinaus und haben nach ein paar Monaten einen ernüchterten Lehrling im Betrieb. Die Folge: ein vorzeitiger Ausbildungsabbruch. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten Unternehmen vor der Ausbildung die Rahmenbedingungen wie Arbeitszeiten, Aufgabenverteilung und Bezahlung mit den Azubis besprechen.

3. Hilfe suchen

Wenn ein Auzubildender trotz offener Absprache überfordert oder unglücklich in der Ausbildung ist, können sich Unternehmen an Hilfsprogramme wenden. Initiativen wie „Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)“ und das „Projekt zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA)“ stellen den Azubis eine Vertrauensperson zur Seite. Sie helfen beim Lernen, aber auch bei sozialen Problemen oder Prüfungsstress.

4. Ausbildungsinhalte auf dem neuesten Stand halten

Ausbildungspläne, die vor fünf Jahren aktuell waren, können heute schon wieder veraltet sein. In Zeiten von Bewertungsportalen und Foren spricht sich das schnell herum und die Jugendlichen gehen lieber zur modernen Konkurrenz. Andersherum punkten heute Arbeitgeber bei Kandidaten mit attraktiven Ausbildungsprogrammen leichter als noch vor einigen Jahren.