Was zählt, sind die hochwertigen Strategiethemen

13. Mai 2015

Für Ulrich Jänicke, CEO der aconso AG, Marktführer für die systemunabhängige Digitale Personalakte und Dokumentenmanagementlösungen, gibt es nur einen Weg für die Personalarbeit der Zukunft: raus aus den Standardarbeiten, rein in die Ergebnisverantwortung.

In welchen Punkten wird sich aus Ihrer Sicht die Personalarbeit des Jahres 2025 wesentlich von der heutigen unterscheiden?

Ulrich Jänicke: Die Personalarbeit wird transparenter werden. Dies geschieht durch Einbindung von Mitarbeitern und Führungskräften. Auch die Qualität, insbesondere im Service, sowie die Geschwindigkeit in der Personalabteilung werden deutlich steigen. Möglich wird dies durch die Automatisierung von Standardprozessen beispielsweise beim Erstellen von Zeugnissen, Abrechnungen, Abwicklung von Prämienschreiben, Arbeitszeitanpassungen etc.


Konkret heißt das?

Ulrich Jänicke: Das Thema Cloud wird 2025 Standard sein, Kauflösungen on premise eher die Ausnahme, da Personalabteilung dadurch Softwarekosten senken und schneller auf Veränderungen und neue Herausforderungen reagieren können. Die Themen Bewerbermanagement, Talentmanagement, Zeugnisschreibung, Abrechnung und Zeitwirtschaft werden nahezu ausschließlich über die Cloud erledigt werden. Darüber hinaus wird die Arbeit auf mobilen Endgeräten Standard sein, Personalarbeit wird vernetzter und standortunabhängig. Einfache und userfreundliche Oberflächen machen es möglich, Standardvorgänge ohne vorhandenes Expertenwissen durchzuführen, da der Anwender intuitiv über die Nutzeroberfläche geführt wird und kein Knowhow mitbringen muss.


Wird es neue Aufgaben für HR geben, die wir heute noch nicht kennen?

Ulrich Jänicke: Wir werden uns von der klassischen Sachbearbeitung alter Couleur verabschieden. Der Sachbearbeiter wird sich entscheiden müssen, ob er sich weiterbilden und den hochwertigen Personalthemen widmen will oder „Verlierer in diesem Spiel“ wird und nur noch Massethemen (Abrechnung, Administration etc.), gegebenenfalls auch im Outsourcing, übernehmen wird. Die gut ausgebildeten Personaler werden sich künftig ausschließlich auf hochwertige Strategiethemen konzentrieren können und keine administrativen Aufgaben mehr übernehmen müssen.

Werden andere Aufgaben verschwinden?

Ulrich Jänicke: Die bisherigen Aufgaben des klassischen Sachbearbeiters werden sich reduzieren und teilweise sogar fast verschwinden, da diese durch automatisierte Prozesse mit Einbindung der Prozessbeteiligten (Mitarbeiter und Führungskräfte) ohne Hilfe der Personalabteilung durchgeführt werden können.

Werden bis dahin alle Routinearbeiten digital oder automatisiert ablaufen?

Ulrich Jänicke: Ja, die administrativen Routinearbeiten werden digital und automatisiert, größtenteils sogar ohne Eingreifen der Personalabteilung ablaufen. Sie werden sich nur zwischen den Prozessbeteiligten Mitarbeiter und Führungskraft und der Software abspielen. Die Personalabteilung behält lediglich die Hoheit über den Prozess und kann eingreifen, wenn es hakt.

Worin sollen die freiwerdenden Kapazitäten aus Ihrer Sicht idealerweise investiert werden?

Ulrich Jänicke: Die frei werdenden Kapazitäten gehen in der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung der Strategischen Personalarbeit auf. Lohngerechtigkeit, demographischer Wandel, Mindestlohn, das ausgewogene Verhältnis von Stammbelegschaft und Zeitarbeitnehmern werden die großen Themen sein, die die Personalarbeit der Zukunft bestimmen.

Wird die Personalabteilung innerhalb des Unternehmens eine neue, andere Rolle spielen? Welche?

Ulrich Jänicke: Die strategische Personalarbeit wird umsatzrelevant für das Unternehmen werden und an Bedeutung und Einfluss gewinnen. Aufgabe hier wird es sein, für das Unternehmen zugeschnittene „atmende Mitarbeiterbestände“ bereit zu stellen die an den konjunkturbedingten Human Resources Bedarf des Unternehmens angepasst werden können. Damit wird der Personalabteilung eine Schlüsselrolle zukommen, die benötigten Kapazitäten zeitnah und in der erforderlichen Qualität zur Verfügung zu stellen.

Wird sich das Controlling bzw. die Kosten-Nutzen-Rechnung bei der Personalarbeit verschärfen?

Ulrich Jänicke: Das Controlling und die scharfe Kosten-Nutzen-Rechnung sind bereits in der Personalabteilung angekommen. Produktivitätsindizes gelten als Richtlinien weltweit, wobei Deutschland hier immer führend ist. Das heißt, dass wir in Deutschland Schwierigkeiten haben, die Produktivität weiter zu steigern da wir von einem sehr hohen Niveau kommen. Wie vorher gesagt, werden die Kosten für rein administrative Standardprozesse sinken, im Gegenzug die Anforderungen in der strategischen Personalarbeit steigen.

Info zur Person Ulrich Jaenicke

Ulrich Jänicke ist Gründer, Vorstand und CEO der aconso AG. Nach dem Studium der Nachrichtentechnik verantwortete Ulrich Jänicke für Siemens im technischen Projektmanagement und der Personalorganisation seit Ende der 1990er Jahre das Projekt „Elektronische Personalakte“. 2001 gründete Ulrich Jänicke mit drei weiteren Partnern die aconso AG, die seither HR-Prozesse in rund 150 Projekten vereinfacht und automatisiert hat. Bereits 2001 erhielt das Gründerteam um Ulrich Jänicke das Patent auf die Digitale Personalakte im Web. Referenzen wie Allianz, Bertelsmann, Deutsche Bahn, ING-DiBa, Lufthansa, Novartis und Pfizer sprechen für sich. Basierend auf den langjährigen Erfahrungen im Kernkompetenzbereich, der Digitalen Personalakte, gelang es dem Personalexperten mit seinen Kollegen, das bestehende Portfolio auszubauen.

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