Wie „ernst“ muss das „seriöse“ Spiel sein?

24. Juni 2013

Der Skepsis, die in vielen Führungsetagen gegenüber dem Einsatz spielerischer Mittel und dem damit verbundenen Spaßfaktor vielfach vorhanden sind, begegnen Experten entspannt. Der Wunsch, bei der Arbeit müsse es „ernst" zugehen und der Spaß gehöre eher in die Freizeit, ist erkannt.

So merkt Ralph Stock relativ lakonisch an, dass „ein gut gemachtes Serious Game sich dadurch auszeichnet, dass es die Unterteilung zwischen Spaß und Ernst gar nicht mehr erkennen lässt“. Spiel und Ernst seien eng miteinander verwoben, bekräftigt Learning-Designer Dr. Uwe Katzky, „im Idealfall unsichtbar für den Lerner.“

Motivation für Lern-Unwillige

Ernst würde allein schon dadurch geschaffen, dass der Spielgestalter eine praxisrelevante Lage schaffe, in die er die Lerner versetze. „Eine Lage, der sie auch in ihrem Berufsleben begegnen könnten. Das genau macht den Charme von Serious Games aus“, so Katzky. Der spielerische Aspekt motiviere dabei auch diejenigen, die sich mit dieser Möglichkeit des Lernens bislang nicht anfreunden konnten.

Wettbewerb reizt jeden Menschen

Denn Wettbewerb, ein wesentliches Element in Spielen, reize fast jeden Menschen. In der Folge schüfen Serious Games bei den Lernern Anreize, flexible und an die Situation angepasste Handlungsstrategien zu entwickeln.

Der Erfolg bestehe darin, dass sich die Mitspieler auf neue Situationen viel schneller einstellen könnten. „Genau das ist es, was wir in der Realität brauchen.“ Weshalb in zunehmendem Umfang solche Spiele auch im Recruiting zum Zug kommen.

Wirtschaftsbetrieb in der Simulation

Ein sehr ansehnliches Beispiel, wie realistisch sich das echte Arbeitsleben in einer spielerischen Simulationen abbilden lässt, zeigt die browserbasierte Wirtschaftssimulation „Airline Company“ www.pandaemonic.com/de. Das Spiel wurde von Zone 2 Connect, einem der führenden Unternehmen für spielerisches Lernen in Deutschland, in enger Zusammenarbeit mit der Lufthansa und Gamesload konzipiert und entwickelt.

Der Spieler übernimmt eine neu gegründete Airline und sorgt dafür, dass die zur Verfügung stehenden Maschinen bestmöglich und wirtschaftlich erfolgreich ausgelastet sind. Routen festlegen, Flotten zusammenstellen und am Ende schwarze Zahlen schreiben – das sind die Herausforderungen.

Daten im Spiel entsprechen der betrieblichen Realität

Einzigartig daran ist, dass alle technischen Daten zu den Flugzeugen der Realität entsprechen: Maße, Reichweiten, die Höchstgeschwindigkeiten der Maschinen, der Kerosinverbrauch usw. Auch die Konfiguration der Sitzplätze und die Klassenverteilung der eingesetzten Flugzeugtypen wurden realitätsgetreu übernommen.

Die Informationen zu allen Flughäfen stimmen mit den Aussagen und Vorgaben der Lufthansa überein, und selbst die Berechnungen und Formeln, die im Browsergame hinterlegt sind, wurden von der Lufthansa geprüft und verifiziert. Das Browsergame wird in leicht abgewandelter Form, unter anderem mit weniger Flugzeugen und Flughäfen, auch als interne Schulungs-Software für die Mitarbeiter der Fluggesellschaft eingesetzt.

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