Wissen Kompakt: „Recruiting“

12. Dezember 2011

Rekrutierungskampagnen spiegeln nicht Interessen der Bewerber

Bereits 2009 hat die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) in der Studie „Kein Kandidat in Sicht? – Perspektivenwechsel vom Unternehmen zum Kandidaten” belegt: Wenige Rekrutierungskampagnen spiegeln die gewandelten Präferenzen potenzieller Kandidaten wider. Für viele Unternehmen bleibe der Kandidat eine große Unbekannte, so die Autoren. Informationen über die Kultur des Unternehmens oder die Familienfreundlichkeit des Arbeitgebers suchen Absolventen vergebens. Die für Kandidaten relevanten Themen und Aspekte würden kaum angesprochen. Die ohnehin nicht stark ausgeprägte Glaubwürdigkeit der Unternehmenskommunikation im Recruiting-Bereich werde dadurch nochmals geschwächt. Denn wo Aussagen oder Leistungsversprechen vorläufig blieben, komme kein psychologisches Vertragsangebot an den potenziellen Mitarbeiter zustande, so Rademacher. „Zudem gehen die Erwartungen potenzieller Kandidaten in eine andere Richtung: Sie erwarteten qualitative Aussagen, die für ihre Arbeitgeberentscheidung relevant sind“, betont Susanne Kamm, Unternehmensberaterin und Co-Autorin der Studie. Auch unter dem Aspekt der Markenprofilbildung sei die Konzentration auf wenige, oft verwendete Argumente schädlich, so Kamm. Differenzierungspotenziale und neue Themen, die sich aktuell im Aufschwung befinden (z.B. das Thema Gesundheit) würden kaum zur Profilbildung genutzt. Die klassischen Themen wie Karriere und Internationalität hingegen würden von praktisch allen verwendet. Weitere Informationen zur Studie unter www.keinkandidatinsicht.de.


Die „unterschätzten“ Argumente:

Nur in wenigen Stellenanzeigen finden sich Informationen zu Themen wie Unternehmenskultur, Fluktuation/Arbeitsplatzsicherheit oder Diversity.

Illustration: Daniel Althausen

„Der googlende Personaler ist ein Mythos“


Nutzen Personalmanager soziale Netzwerke im Internet, um Näheres über ihre Bewerber herauszufinden? Und wenn ja: Welche nutzen sie und wie? Diese Frage haben sich acht Studierende der Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt gestellt und sich auf die Suche nach Antworten gemacht.

Im Rahmen ihrer Bachelor-Abschlussarbeiten haben die Studierenden Recruiting-Messen besucht, Bewerber, aber vor allem auch die Personalverantwortlichen großer Unternehmen befragt – über die tatsächliche Nutzung von Xing, Facebook und Co. im Bereich der Rekrutierung und über die Effizienz der Informationssuche im Netz. Dabei wurde schnell deutlich: Personaler spähen Bewerber nur selten mithilfe von Suchmaschinen aus. Google oder soziale Netzwerke spielen also bei der Bewerberauswahl kaum eine Rolle.

„Vielen Personalabteilungen ist der Zeitaufwand für einen vorherigen Check der Bewerber im Internet zu hoch“, sagt Heiner Stahl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Vergleichende Literaturwissenschaft, Kultur- und Medientheorie, Mediengeschichte an der Universität Erfurt, der die Studie zusammen mit Professor Michael Giesecke im Rahmen der Projektstudienphase des BA-Kommunikationswissenschaft der Universität Erfurt betreut hat. Der „schnüffelnde“ bzw. googlende Personaler sei ein Mythos. Das klassische Bewerbungsverfahren verlaufe nach wie vor „analog“. Geeignete Kandidaten würden, wenn überhaupt, erst zum Ende einer Bewerbungsphase digital „durchleuchtet“.

Die vollständige Studie „Der Einfluss sozialer Netzwerkseiten auf den Bewerbungs- und Rekrutierungsprozess“ kann bei Monster Worldwide Deutschland unter [email protected] angefordert werden.

„Recruiting Trends 2011“: Kompendium der aktuellen Entwicklung


investor relations