Ausländische Arbeitnehmer dürfen zum Deutschkurs gebeten werden

27. Januar 2010

Gemäß dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) hat ein Arbeitgeber im Sinne seines Unternehmens das Recht, Mitarbeiter aufzufordern, einen Sprachkurs zu besuchen.

Nicht jeder Arbeitnehmer mit nicht-deutschen Wurzeln ist unserer Sprache für die Ausübung seines Jobs ausreichend mächtig.Mit der Frage, ob die Empfehlung des Arbeitgebers, einen Sprachkurs zu besuchen gegen das AGG verstößt, beschäftigte sich das Arbeitsgericht Schleswig-Holstein. Eine gebürtige Kroatin fühlte sich aufgrund der Bitte um Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse seitens ihrer Vorgesetzten diskriminiert.

Die Arbeitnehmerin, deren Sprachkenntnisse für den Umgang mit Kunden und Kollegen oftmals unzureichend waren, sah sich aufgrund ihrer Herkunft herabgesetzt und forderte eine Entschädigung von 15.000 Euro. Das Arbeitsgericht Elmshorn wies die Klage zurück mit der Begründung, dass die Aufforderung zur Verbesserung der Sprachkompetenz durch entsprechende Maßnahmen kein Grund sei, sich in seiner Ehre oder Würde belästigt zu fühlen.

Die Klägerin legte Berufung ein, die jedoch vom Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein mit Verweis auf das AGG abgewiesen wurde. Die Beklagte störte sich nicht an der Herkunft der Klägerin, sie hatte ausschließlich Interesse daran, dass ihre Mitarbeiterin ausreichende Sprachkenntnisse für die optimale Ausübung ihrer Tätigkeit vorweisen konnte.

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