Verspätetes Eintreffen im Büro durch Staus oder durch Ausfall von Bus und Bahnen aufgrund Wintereinbruchs: Wie ist das gesetzlich geregelt?

In der Nacht hat es geschneit, die Straßen sind vereist und die Räumfahrzeuge haben an allen Ecken zu tun. Auf den Straßen herrscht Chaos, auch Busse und Bahnen kommen kaum voran. Für den Arbeitnehmer, der pünktlich bei der Arbeit sein muss, ist das oftmals eine prekäre Situation: Denn kommt er deshalb zu spät, weil er mit dem Auto nur im Schneckentempo vorankommt, weil der Bus oder die Bahn nicht fährt, dann muss er für den Dienstausfall selbst aufkommen – oder die versäumte Zeit nachholen bzw. mit Lohnkürzung rechnen. Der Grund hierfür liegt eindeutig nicht in seiner Person – vom Wintereinbruch und dessen Folgen sind alle betroffen.

Liegt allerdings ein persönlicher Grund vor, weil er beispielsweise an einem unverschuldeten Unfall beteiligt ist, dann hat er trotz verspätetem Eintreffen Anspruch auf Vergütung:

„Ein Arbeitnehmer hat bei einer persönlichen Arbeitsverhinderung Anspruch auf bezahlte Freistellung, wenn er unverschuldet für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund an der Arbeitsleistung verhindert ist.“ (§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches)

Ebenso verhält es sich bei Ereignissen wie Todesfall in der Familie oder Geburt des Kindes: In diesem Fall liegt ein persönlicher Grund vor, also eine Sache, die den einen Arbeitnehmer direkt und ausschließlich betrifft. Auch hier hat er Anspruch auf Lohnzahlung. Im Einzelnen sind diese Regelungen jedoch abhängig vom Tarifvertrag oder Festlegungen im Unternehmen.

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