Die moderne Technik macht es möglich, immer und überall zu arbeiten. Doch ist das wirklich notwendig?

In den letzten 15 Jahren hat sich einiges getan, was die technische Entwicklung am Arbeitsplatz anbelangt. Mit Internet, Laptop, Handy und PDA wird einem auf der einen Seite zwar Vieles erleichtert, doch „wir benutzen die technischen Hilfsmittel nicht, um uns Freiräume zu schaffen, sondern packen uns die gewonnene Zeit wieder mit neuer Arbeit voll“, so Annette Hoppe von der Technischen Universität Cottbus.

Der Grund dafür sind die Möglichkeiten, die uns heutzutage zur Verfügung stehen. Schneller Informationsfluss und ständige Erreichbarkeit sind Segen und Übel zugleich. Im Privatleben kann man das mobile Telefon einfach ausstellen oder die E-Mails mal ein paar Tage lang nicht abrufen. Aber darf man das auch als Arbeitnehmer, wenn man vom Arbeitgeber mit diesen nützlichen Hilfsmitteln ausgestattet wurde, um eben auch nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub für das Unternehmen tätig zu sein?

Im Urlaub muss man auf keinen Fall für den Arbeitgeber zur Verfügung stehen, sagt Arbeitsrechtler Martin Hensche. Dagegen ist es in Ordnung, wenn man nach Feierabend telefonisch oder per E-Mail erreichbar ist. Jedoch sollte man alle außerhalb der vereinbarten Arbeitszeit ausgeführten Tätigkeiten dokumentieren und als Überstunden geltend machen.

Wehrt der Chef sich allerdings, die Überstunden zu bezahlen, sollte man hartnäckig sein. Oder von Anfang an vertraglich regeln, wie mit Mehrarbeit nach der regulären Arbeitszeit umgegangen werden soll. Teilt man im Voraus mit, dass man an einem bestimmten Abend oder Wochenende etwas vor hat, ist es auch völlig legitim, das Diensthandy zu Hause zu lassen.

Oftmals ist es bereits ausreichend, sich die Arbeit sinnvoll einzuteilen, um nach Feierabend das Tagesgeschäft erledigt zu haben. Oder nicht ganz so wichtige Aufgaben auf den nächsten Tag zu legen. Dann reicht es nämlich meistens auch noch.