Was eine Führungskraft mit einem Fußballtrainer gemein hat

5. Juli 2010

Arbeiten ist vergleichbar mit Fußball spielen, sagt Professor Friedemann Nerdinger von der Universität Rostock.

Mitarbeiterführung ist ähnlich dem Coaching einer Fußballmannschaft: Ein Chef muss motivieren und jeden Einzelnen nach seinen Fähigkeiten und Kenntnissen unterstützen und dementsprechend einsetzen. Professor Friedemann Nerdinger, Sozial- und Wirtschaftspsychologe an der Universität in Rostock, hat in einem Interview mit der Haufe-Redaktion erläutert, wie Vorgesetzte ihre Mitarbeiter motivieren und fördern können – ähnlich wie ein Fußballcoach seine Mannschaft.

Die besten Leistungen erbringt ein Mensch bei einer Tätigkeit, die ihm Spaß macht. Sobald er sich unter- oder überfordert fühlt, erzielt er keine guten Ergebnisse. Trotz allem sollten die Aufgaben ein gewisses Maß an Herausforderung bieten. Eine Führungskraft kann und muss durch Gespräche mit ihren Mitarbeitern die individuellen Eigenschaften, Fähigkeiten und Bedürfnisse erkennen und daraufhin passende Arbeitsbedingungen schaffen. Das ist die beste Motivation für jedes Mitglied eines Teams – sei es im Büro oder auf dem Fußballfeld.

Ein guter Fußballcoach muss laut Prof. Nerdinger seinen Spielern den Spaß am Spiel vermitteln, er muss Vertrauen in sie haben und das immer wieder aufs Neue kommunizieren. Als Beispiel gibt Prof. Nerdinger die Motivationsreden von Jürgen Klinsmann während der Fußball-WM im Jahr 2006 an. Die Spieler wurden dadurch angespornt, ihr Bestes zu geben – weil ihr Trainer wusste, dass sie dazu in der Lage sind. Statt seine Mannen zu beherrschen, begleitete Klinsmann sein Team. Statt nur Trainer zu sein, agierte er als Manager und Führungspersönlichkeit.

Maßnahmen zur Steigerung der Motivation halten – und das betont Professor Nerdinger ebenfalls – allerdings meist nur kurze Zeit an. Deshalb ist es besonders wichtig, durch gute Führung und stetigen Ansporn, eine Mannschaft „am Ball zu halten“. Auch demotivierende Aspekte gilt es so gut wie möglich auszuschalten. Ein Vorgesetzter – ebenso wie ein Fußballtrainer – bewirkt bereits viel, in dem er seine Mitarbeiter bzw. seine Spieler mit ihren Sorgen und ihrem Frust Ernst nimmt. Auf lange Sicht macht sich das durch gute Leistungen und Teamzusammenhalt bemerkbar.
 

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