„Bore-Out“: Krank durch Unterforderung

4. August 2010

Zuviel Arbeit verursacht auf Dauer Stress und Depressionen – doch durch zuwenig Arbeit entstehen ähnliche Symptome.

Was für die einen manchmal den Himmel auf Erden bedeuten würde, ist für andere bittere Tatsache: am Arbeitsplatz nichts zu tun zu haben und die Zeit regelrecht totschlagen zu müssen. Das Phänomen wird „Bore-Out“ genannt – und Experten schätzen, dass jeder zehnte Beschäftigte darunter leidet.

Ständige Unterforderung ist für den Menschen mindestens genauso schädlich, belastend und Stress verursachend wie permanente Überforderung. Zwar hat das bereits länger bekannte Burn-Out-Syndrom andere Ursachen, doch die Symptome sind ähnlich denen des Bore-Outs: Schlafstörungen, depressive und psychosomatische Verstimmungen oder Beschwerden im Magen-Darm-Bereich.

Gründe für das Entstehen eines Bore-Outs ist die Unterforderung am Arbeitsplatz aufgrund fehlender, zu wenig anspruchsvoller oder falsch verteilter Arbeit. Daraus ergibt sich Langeweile, Unzufriedenheit, Lust- und auch Hilflosigkeit sowie Desinteresse den Belangen des Unternehmens gegenüber. Um nicht negativ aufzufallen und als faul zu gelten, versuchen die Betroffenen trotzdem beschäftigt und ausgelastet zu wirken.

Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, fällt es einem unterforderten Arbeitnehmer immer schwerer, seine Situation aus eigenem Antrieb heraus zu ändern. Psychologische Betreuung sowie ein Arbeitsplatzwechsel sind unter diesen Umständen hilfreich, wenn auch Gespräche mit dem Vorgesetzten und den Kollegen keine Abhilfe schaffen.

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