Künstlerische Leistungen müssen im doppelten Sinne bezahlt werden

1. Oktober 2010

Unternehmen sind verpflichtet, neben dem Honorar der freien Mitarbeiter auch die Beiträge für die Künstlersozialkasse (KSK) zu bezahlen.

Nehmen Unternehmen die Leistungen freischaffender Künstler an – wie zum Beispiel Fotografen, Journalisten oder Designer – dann müssen sie pro Auftrag zusätzlich zum vereinbarten Honorar jeweils 3,9 Prozent Künstlersozialabgaben an die Künstlersozialversicherung (KSV) zahlen.

Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) ist 1983 in Kraft getreten und wird von der Künstlersozialkasse durchgeführt. Hintergrund ist die soziale Absicherung von Freischaffenden, die für ihre Kranken- und Altersvorsorge selbst aufkommen müssen. Die Künstler zahlen jeweils 50 Prozent der Beiträge in die Kasse ein, die andere Hälfte wird vom Bund (20 Prozent) sowie den Leistungen in Anspruch nehmenden Unternehmen (30 Prozent) übernommen.

Unternehmen sind dann zur Künstlersozialabgabe verpflichtet, wenn sie beispielsweise Fotografen oder Designer beauftragen und deren künstlerische Leistungen annehmen. Die Beauftragung kann auch indirekt durch Dritte erfolgen. Beispiel: Ein Industrieunternehmen benötigt für seine Website neues Fotomaterial und wendet sich dafür an eine Werbeagentur. Die Agentur beauftragt zu diesem Zweck einen Fotografen, der ihr anschließend eine Rechnung über sein Honorar stellt. Zuzüglich zum Honorar muss die Agentur derzeit 3,9 Prozent des Betrags in die Künstlersozialkasse einzahlen.

Umstritten ist die Regelung zur Künstlersozialabgabe insofern, dass die KSK-Beiträge auch für Leistungen von Künstlern bezahlt werden müssen, die gar nicht bei der Künstlersozialversicherung versichert sind – weil sie entweder nicht möchten oder von der Kasse nicht aufgenommen werden. Bei Nichteinzahlung der Abgaben (ob aus Unwissenheit oder aus anderen Gründen) sind oftmals hohe Nachzahlungen fällig.

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