Es gibt tatsächlich Arbeitnehmer, die bei völliger Gesundheit ein paar Krankheitstage im Voraus einplanen – meist wegen „psychischer Probleme“.

Das ergab eine Studie, die das Institut tns emnid für das Gruppendynamik-Institut Systema in Hamburg durchführte und Anfang Oktober 2010 veröffentlicht wurde. Für die Umfrage wurden 1.000 Personen, die abhängig beschäftigt sind, befragt.

Die Befragung brachte Ergebnisse an den Tag, die zu denken geben: Beispielsweise haben fünf Prozent der Befragten (das sind umgerechnet 1,7 Millionen Menschen) diesen Herbst vor, sich für ein paar Tage krankschreiben zu lassen. Und zwar wegen depressiven Verstimmungen oder psychischer Belastung am Arbeitsplatz – auch wenn sie bis jetzt noch bei bester Gesundheit sind.

Begründet wurde dieses Vorhaben mit Angaben wie, „weil es jetzt im Herbst weniger auffällt“, „weil die Betroffenen sich einem Konflikt in der Firma entziehen wollen“ oder „um dem Arbeitgeber eins auszuwischen“.

Im Osten der Republik planten sieben Prozent der Studienteilnehmer im Herbst krank zu feiern, im Westen waren es nur vier Prozent. Jedoch hatten die Arbeitnehmer unter 30 Jahren und auch die über 50-Jährigen am wenigsten Interesse daran, sich ohne wirklichen Grund krank zu melden.

Laut Dipl.-Psychologe Bernd Kielmann, Leiter der Studie, ist es erschütternd, „wie unzufrieden viele der Beschäftigten sind, andererseits aber auch, wie wenig Rechtsbewusstsein einige in ihrer Firma haben“.

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