Wandel der Berufsziele wirkt Emanzipation der Frauen entgegen

2. März 2011

„Geld und Macht verlieren ihre Bedeutung, es kommt zu einer Abkehr vom klassischen Karrierebild.“ So äußerte sich Heinrich Wottawa, Psychologe und Personalberater, in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen. Dass dieser Wandel nicht nur Vorteile mit sich bringt, ist ihm bewusst.

„Welche Erwartungen stellen Sie an Ihren zukünftigen Job?“ Hätte man diese Frage vor einigen Jahren gestellt, hätten sich die Antworten auf „Macht“ und „Geld“ belaufen. Mittlerweile rücken aber auch andere Werte in den Mittelpunkt. Hochschulabsolventen haben daher ganz besondere Erwartungen an ihren zukünftigen Beruf: Spaß bei der Arbeit ist dabei einer der wichtigsten Faktoren, gefolgt von der Bedeutung der Familie. Der Rang in der Gesellschaft, welcher vom Image des Berufs abhängig ist, spielt andererseits eine geringe Rolle.

Wottawa ist der Überzeugung, dass es vielen Frauen nicht gelingt, ihren Führungsanspruch auszudrücken. Die Gründe dafür sieht er in den unterschiedlichen Sichtweisen der Geschlechter.
Männer handeln eher gelassen, sind team- und erfolgsorientiert, gehen zudem besser mit Stress um und zeigen eine hohe Durchsetzungsfähigkeit. Frauen hingegen halten eher an ethischen Werten fest, sie handeln perfektionistisch, um Misserfolge zu vermeiden und soziale Anerkennung zu erlangen.

Hinzu kommt, dass Arbeitsgeber Angestellte schon nach kurzer Zeit in Kategorien unterteilen. So werden Mitarbeiter mit ehrgeiziger Einstellung mehr gefördert als ihre Kollegen, deren Orientierung auf anderen Werten beruht. Um solche Differenzen zu vermeiden, sollte beim Personalmarketing laut Heinrich Wottawa eine detaillierte Klassifikation einer Person ermöglicht werden. Diese Einordnung sollte nach einem gewissen Zeitraum überdacht werden, um der Verhärtung unangebrachter Vorurteile vorzubeugen.

Das vollständige Interview finden Sie unter faz.net

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