In Deutschland gründen Migranten häufiger als Einheimische

13. Mai 2011

Die meisten Gründungen hierzulande finden in den Bereichen Dienstleistungen für Unternehmen und Personen statt.

Im Vergleich zu anderen Ländern liegt Deutschland hinsichtlich der Anzahl an Gründungen deutlich zurück. Hierzulande haben nur etwa 4,2 Prozent der 18-64-Jährigen in den letzten dreieinhalb Jahren ein Unternehmen gegründet beziehungsweise sind aktuell dabei, eins zu gründen. Dagegen waren es in diesem Zeitraum beispielsweise in Großbritannien knapp 6,5 Prozent, in Norwegen und Australien fast 8 Prozent und in Island sogar nahezu 11 Prozent.

Interessant ist, dass fast überall der Anteil der Gründer mit Migrationshintergrund höher war als der der Einheimischen. Auch in Deutschland ist das der Fall: Hier waren es circa sieben Prozent der Migranten und circa 4,4 Prozent der Nicht-Migranten, die im genannten Zeitraum ein Unternehmen gründeten. Das heißt: Jeder vierte Gründer in Deutschland hatte einen Migrationshintergrund (das entspricht insgesamt gut 23 Prozent). Die neuen Unternehmen wurden zum größten Teil in den Bereichen Dienstleistungen für Unternehmen sowie Dienstleistungen für Personen gegründet.

Die Ursache für den hohen Anteil dieser Gründer-Gruppe liegt unter anderem an den häufig schlechteren Voraussetzungen der Ausländer und Migranten, eine Beschäftigung im Angestelltenverhältnis zu finden – sei es wegen Sprachhindernissen oder nichtanerkannten Schul- und Berufsabschlüssen. Trotzdem sind die nichtdeutschen Gründer, mit einem möglichen niedrigeren Bildungsniveau nicht weniger erfolgreich als ihre unter Umständen höher qualifizierten deutschen Gründer-Kollegen.

Die Angaben wurden dem IAB-Kurzbericht zum Thema „Ein Weg zur ökonomischen und sozialen Integration“ entnommen, der auf Auswertungen des Global Entrepreneurship Monitor (GEM) basiert.

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