Das menschliche Gehirn braucht Abwechslung bei der Arbeit

3. September 2012

Monotone Tätigkeiten, wie zum Beispiel am Fließband, führen nicht nur zu unterschiedlichen körperlichen Beeinträchtigungen – sie lassen auch den Geist schneller altern.

Eine im Jahr 2010 durchgeführte Studie belegte, was bisher nur vermutet wurde: Wenig anspruchsvolle Arbeit macht alt im Kopf. Zu diesem Resultat kam Prof. Dr. Michael Falkenstein, Leiter der Projektgruppe „Altern und ZNS-Veränderungen“ am Institut für Arbeitsphysiologie (IfADo) an der Technischen Hochschule Dortmund.

Falkenstein ließ 91 Fließbandarbeiter der Adam Opel AG in Bochum Tests an Computerbildschirmen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden durchführen. Dabei wurden ihre Hirnströme gemessen und ein Elektroenzephalogramm (EEG) erstellt. Die Probanden waren in zwei Gruppen eingeteilt – in Arbeiter, die am Fließband tätig waren und solchen, die andere Arbeitsplätze hatten. Die Gruppen wurden nochmals unterteilt in 18- bis 23-Jährige sowie 48- bis 58-Jährige. Eine Untersuchung wie diese wurde in Deutschland erstmalig durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigten deutlich, dass eintönige Arbeit, die kaum Abwechslung bietet und das Gehirn wenig fordert – wie es eben am Fließband der Fall ist – den menschlichen Geist schneller altern lässt als anspruchsvollere Tätigkeiten. Vor allem Aufgaben, die die Gedächtnisleistung forderten, machten den älteren Fließbandarbeitern erheblich mehr Probleme als der älteren Kontrollgruppe. Dagegen waren die Ergebnisse der älteren Nichtfließband-Arbeiter mit denen der jungen Arbeiter, die nicht am Fließband tätig waren, fast vergleichbar.

Falkenstein betonte, dass die Messergebnisse der Hirnfunktionen dennoch keine Aussage über die Qualität der Arbeit geben. Sie zeigen lediglich, dass der Mensch durch unterschiedliche (Denk-)Aufgaben verschiedene Hirnareale ansprechen muss, um lange geistig fit und agil zu bleiben.

Weitere Ergebnisse und Hintergründe der Studie wurden im Magazin mundo 12/10 der Technischen Hochschule Dortmund veröffentlicht (Seite 14-21).

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