Wer als Arbeitgeber einen Bewerber zum Probearbeiten einlädt, sollte darauf achten, dass kein unbeabsichtigter Arbeitsvertrag zustande kommt. Denn kommt es zu einem Arbeitsvertrag, kann dies erhebliche Folgen für den Arbeitgeber haben.

Bindende Arbeitsverträge können nicht nur schriftlich, sondern auch – oft unwissend – mündlich und formfrei zustande kommen. Arbeitsgerichte orientieren sich hierbei daran, ob der Arbeitgeber dem Bewerber Anweisungen gibt, wie zum Beispiel spezielle Tätigkeiten auszurichten, vorgegebene Arbeitszeiten einzuhalten oder wenn der Bewerber verpflichtet wird, eine Dienstkleidung zu tragen. Kommt es zu solch einem Arbeitsverhältnis, muss der Arbeitgeber unter anderem mit Folgendem rechnen: Der Bewerber hat einen Anspruch auf Vergütung für die geleistete Arbeit, die Kündigung muss schriftlich erfolgen und es besteht eine Mindestkündigungsfrist von vier Wochen (§ 611 Abs. 1 BGB).

Daher ist zu beachten, dass beim Probearbeiten ein sogenanntes Einfühlungsverhältnis besteht. Hierbei übt der Bewerber keine gezielte Arbeitsleistung aus. Die Probearbeit dient lediglich dazu, dem potentiellen Arbeitnehmer einen Überblick über seinen künftigen Arbeitsplatz und der betrieblichen Abläufe zu verschaffen. Die Rechtsprechung spricht immer dann von einem Einfühlungsverhältnis, wenn keine gegenseitigen Pflichten und Rechte vereinbart werden.

Fälle, bei denen das jeweilige LAG (Landesarbeitsgericht) zwischen Einfühlungs- oder Arbeitsverhältnis während einer Kennenlernphase differenzierte, sind unter den genannten Links einzusehen.