Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn für Praktikanten

9. Februar 2015

Der Mindestlohn gilt grundsätzlich auch für Praktikanten. Auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland das Mindestlohngesetz. Dass der Mindestlohn nicht nur für Arbeitnehmer sondern auch für Praktikanten gilt, verkompliziert vielen Unternehmen die Beschäftigung von Praktikanten.
Der § 22 des Mindestlohngesetz (MiLoG) setzt demnach Praktikanten gleich mit Arbeitnehmern. So haben Praktikanten einen Anspruch auf den Mindestlohn von 8,50 Euro – jedoch nur, wenn sie nicht den, in § 22 MiLoG vorgesehenen vier Ausnahmepunkten entsprechen. Ist das der Fall, haben die Praktikanten keinen Anspruch auf den Mindestlohn. Hierbei muss der Arbeitgeber beweisen, dass die Voraussetzungen auch tatsächlich vorliegen. Ausgeschlossen vom Mindestlohn sind demnach Pflichtpraktika die während der Schule, Ausbildung oder Studium absolviert werden müssen, Orientierungspraktika mit einer Dauer von drei Monaten vor dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, ein dreimonatiges Praktikum während einer Berufs- oder Hochschulausbildung oder Personen, die an einer Einstiegsqualifizierung (§ 54a des Dritten Buches Sozialgesetzbuch) oder Berufsausbildungsvorbereitung (§§ 68-70 Berufsbildungsgesetz) teilnehmen.

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