Vorsicht beim Ausplaudern von Unternehmensinterna

26. Juni 2015

Wer sensible Firmendaten an Dritte weitergibt, dem droht eine außerordentliche Kündigung. Ob es einer außerordentlichen Kündigung in solch einem Fall tatsächlich bedarf, entscheidet der Einzelfall, so das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (LAG).

Mit der Weitergabe von Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen an Dritte verstoßen Arbeitnehmer gegen ihre arbeitsvertraglichen Pflichten und können somit außerordentlich gekündigt werden. Doch nicht immer ist das Reden über Unternehmensinterna Grund dafür, eine außerordentliche Kündigung auszusprechen, so das LAG Schleswig-Holstein. Auch hier entscheiden die Umstände des Einzelfalls. Sind die Unterlagen beispielsweise nicht mit einem Vertraulichkeitsvermerk versehen oder hat der Mitarbeiter die Daten innerhalb seines Zugriffrechts gesichtet, kann – abhängig der weiteren Umstände – auch eine Abmahnung ausreichend sein. Auch ob die Informationen tatsächlich an Dritte weitergeleitet wurden muss definiert werden. So sind zum Beispiel Mitarbeiter eines Schwesterunternehmens nicht generell Dritte.

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