Aktuelle Arbeitsmarktthemen

Das ifo Institut befragt im Auftrag von Randstad Deutschland regelmäßig etwa 1.000 Personalleiter in Deutschland. Wie entwickelt sich die Nutzung von Flexibilisierungsinstrumenten wie etwa der Zeitarbeit? Zudem werden in wechselnden Sonderfragen aktuelle arbeitsmarktrelevante Fragestellungen untersucht. Die Sonderfragen im vierten Quartal 2019 beschäftigen sich mit der jüngsten Erhöhung des Mindestlohns und der Reaktion von Unternehmen darauf. Zusätzlich bieten die Studienergebnisse einen Ausblick auf das Jahr 2020 und den Erwartungen und Plänen von Unternehmen darauf.

Auswertung Sonderfrage: Mindestlohnerhöhung

Seit 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein flächendeckender Mindestlohn für alle abhängig Beschäftigten. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen schlagen diese Erhöhung auf die Preise (44%). Ein Effekt auf Minijobs und Praktika ist hingegen nicht festzustellen. Lediglich 13% geben einen Anstieg der Arbeitsstunden an. Der Personalbestand wurde in nur wenigen Unternehmen reduziert (8%). Dass die Unternehmen eher die Preise erhöhten als sich von Mitarbeiter*innen zu trennen, deutet auf den Wunsch hin, die eigenen Mitarbeiter*innen langfristig im Unternehmen zu halten. Dies zeigt sich sowohl in den alten als auch in den neuen Bundesländern.

Der Ausblick auf das Jahr 2020

Im Rahmen der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung wurde ebenfalls ermittelt, mit welchen Erwartungen und Plänen deutsche Unternehmen in das neue Jahrzehnt starten. Die Ergebnisse zeigen, dass der Fachkräftemangel die Personalplanung der deutschen Unternehmen weiterhin wesentlich bestimmen wird. Besonders kleinere Unternehmen erwarten Probleme bei der Besetzung von offenen Stellen (68% der Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern).

Bei der Entwicklung des Personalbestands rechnet die Hälfte der Befragten mit keiner Veränderung (49%). Rund 30% der Firmen geben allerdings an, dass zusätzliches Personal eingestellt werden soll. 3% meldeten sogar stark steigende Personalzahlen. Dagegen sehen 22% der Befragten eine Verkleinerung ihres Personalbestands vor. 2% rechnen mit starken Rückgängen. Dass Weiterbildung als Wettbewerbsfaktor wichtiger werden wird, davon sind 59% der Befragten überzeugt. Insbesondere digitalen und unternehmensspezifischen Lernangeboten misst die Mehrheit eine steigende Bedeutung bei.