Randstad Studie zum Arbeitszeitmodell

Die Corona-Pandemie hat Home Office auf die Tagesordnung deutscher Unternehmen katapultiert. Eine Randstad Studie zeigt, wie wenig die deutsche Wirtschaft darauf vorbereitet war.

Schon vor Corona galt Home Office im Sinne der flexiblen Arbeit von zu Hause aus als zukunftsweisendes Arbeitsmodell. Doch in der Praxis blieb dieses Modell allenfalls ein ergänzendes Angebot. So boten bislang nur 39% der deutschen Unternehmen ihren Mitarbeitern Home Office an. In 39% der Fälle blieb es dabei ungenutzt. Diese Ergebnisse wurden in der Randstad-ifo Personalleiterbefragung ermittelt, die im 2. Quartal 2019 Deutschlands Personalverantwortliche zu diesem Arbeitsmodell befragten.

Nutzung von Homeoffice in Unternehmen | Randstad

Mittelstand machte bisher kaum Home Office

Vor allem im Mittelstand war Home Office bislang eine Randerscheinung. Weniger als ein Drittel der mittelständischen Unternehmen (bis 50 Mitarbeiter) ermöglichten ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus (30%). Dort nahmen gerade mal 1% der Mitarbeiter diese Option regelmäßig in Anspruch! Fast die Hälfte von ihnen nutzte dieses Arbeitszeitmodell nur selten (46%). „Diese kleineren Unternehmen stehen seit Beginn der Corona-Pandemie vor großen Herausforderungen“, erklärt Andreas Bolder, Director Human Resources bei der Randstad Gruppe Deutschland. „Es geht nicht nur darum ob Home Office mit ihrer Geschäftsmodell vereinbar ist und ob sie über die entsprechende digitale Infrastruktur verfügen, die die Zusammenarbeit über Distanz technisch machbar macht. Es geht vor allem um die Akzeptanz im Unternehmen. Wenn diese Akzeptanz fehlt, kann das den Umstieg und langfristigen Einsatz dieses Arbeitsmodells zusätzlich erschweren“, so Andreas Bolder.

Corona fordert Flexibilität

Fester Bestandteil der Arbeitskultur ist das Home Office vor allem in Firmen mit über 50 Mitarbeitern. Von ihnen setzte bislang knapp die Hälfte auf das flexible Arbeitsmodell (49%). Sehr stark bis stark genutzt wurde es vorwiegend in der Datenverarbeitung (48%). „Die Corona-Krise zeigt im Extremen, wie wichtig die Flexibilisierung der Arbeit als Maßnahme im wirtschaftlichen Wettbewerb bleibt. Solche Maßnahmen bieten vor allem vielen mittelständischen Unternehmen einen entscheidenden Vorteil bei der Anpassung ihres operativen Geschäfts an die wirtschaftlichen Anforderungen“, resümiert Andreas Bolder von Randstad.

Über die Randstad-ifo Personalleiterbefragung

Die hier vorgestellten Ergebnisse stammen aus der Randstad-ifo Personalleiterbefragung Q2 2019, die quartalsweise durch das ifo-Institut im Auftrag vom Personaldienstleister Randstad durchgeführt wird. Die Studie befragt bis zu 1000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen. Die Sonderfrage im zweiten Quartal 2019 bezog sich auf die systematische Erfassung der Arbeitszeit in Deutschlands Unternehmen.