Künstliche Intelligenz (KI) hält auch in Deutschland zunehmend Einzug in die Arbeitswelt. Die Randstad Studie „Age of Augmentation“ hat 2,4 Millionen Stellenanzeigen für den deutschen Arbeitsmarkt ausgewertet und zeigt: Beschäftigte mit KI-Skills können sich über deutliche Gehaltsvorteile freuen. Gleichzeitig bleiben Positionen, die den Ausbau von KI in deutschen Unternehmen vorantreiben sollen, lange unbesetzt.
Gehaltsschub bei KI-Kompetenz
Beschäftigte mit ausgewiesenen KI-Kompetenzen können in Deutschland deutlich besser verdienen als ihre Kollegen ohne Erfahrung mit der Technologie. Während etwa Softwareingenieure ohne KI-Skills im ersten Job ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von etwa 50.000 Euro winkt, sind es rund 60.000 Euro für diejenigen mit KI-Skills. Ein ähnliches Bild zeigt sich für Berufe wie Finanzanalysten (51.500 vs. 64.000 Euro) und Kundenservice-Mitarbeiter (30.000 vs. 37.000 Euro).
„Die Daten geben ein klares Bild ab: Arbeitnehmer:innen, die mit der Technologie umgehen können, ziehen in Sachen Gehalt an ihren Kolleg:innen vorbei“, sagt Robert Bhuiyan, Geschäftsführer Randstad Professional Deutschland. „Im europäischen Vergleich zeigt sich zudem, dass deutsche Gehälter vor allem mit Blick auf KI-Skills sehr wettbewerbsfähig sind.“ Das gilt auch für Jobprofile, deren Aufgabe die Implementierung von und die Arbeit mit KI ist. Prompt-Ingenieue zum Beispiel verdienen im europäischen Vergleich am besten hierzulande (rund 83.000 Euro) – nur im Vereinigten Königreich erhalten sie eine höhere Vergütung (85.800 Euro).
„Made in Germany“ – nur woanders?
Der Ausbau von KI wird allerdings durch lange Besetzungszeiten gebremst. Positionen etwa für KI-Architekten werden in Deutschland im Durchschnitt erst nach 69 Tagen besetzt. Im Ländervergleich dauert es nur in Japan länger (71 Tage), in Belgien und den Niederlanden lassen sich für einschlägige Stellen in weniger als der Hälfte der Zeit (31 bzw. 32 Tage) passende Kandidaten finden. Auch Machine-Learning-Ingenieure werden hierzulande länger gesucht (56 Tage) als beispielsweise in Belgien (40 Tage) oder den Niederlanden (46 Tage).
„Der Arbeitskräftemangel ist auch im KI-Bereich präsent – und verursacht nicht nur Verzögerungen bei KI-Projekten“, ergänzt Robert Bhuiyan. „Unbesetzte Stellen bedeuten auch Produktivitätsverluste und steigende Kosten durch Leistungen, die ein Unternehmen in dieser Zeit nicht erbringen kann. Es ist zwar richtig, dass viele der Berufsfelder, die mit KI zu tun haben, relativ neu sind. Doch genau daraus ergibt sich eine Chance für Arbeitgeber, die eigenen Mitarbeitenden in Künstlicher Intelligenz weiterzubilden und die eigene Wettbewerbsfähigkeit durch den Aufbau interner KI-Kompetenzen langfristig zu erhöhen.“
Über die Studie „Age of Augmentation“
Die Studie basiert auf einer quantitativen Analyse von über 35 Millionen Stellenanzeigen weltweit im Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis zum 31. März 2026. Die vom Talent Intelligence Team von Randstad durchgeführte Analyse stützt sich auf Daten von LinkedIn, dem Marktanalyseunternehmen Lightcast und internen Quellen von Randstad und liefert detaillierte Auswertungen für elf Länder: Australien, Belgien, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, die Niederlande, Spanien, das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten von Amerika.