10 Anzeichen, wie Sie Burn-Out-gefährdete Mitarbeiter erkennen

Burnout hat viele Facetten. Deren Monitoring gehört heute zu den Pflichtaufgaben von Personal­verantwortlichen. Denn in der Regel ist nicht nur der einzelne Mitarbeiter betroffen, sondern ganze Teams, Abteilungen und Betriebe leiden unter den Folgen individueller Ausfälle. Die wichtigsten ­Handlungsfelder haben wir für Sie identifiziert.

1. Feuer im Gespräch? Nicht jeder Mitarbeiter, der vor Eifer brennt, tut sich und dem Unternehmen Gutes damit. Überbordendes Engagement kann ein Indiz für Burn-out-Kandidaten sein. Auf Ausgleich achten!

2. Heißes Zeitkonto? Eine auffällige hohe Anzahl an (freiwilligen) Überstunden ist nicht unbedingt nur ein Zeichen von selbstloser Hingabe an die Firma. Wer seine Ressourcen ausbeutet, riskiert Systemausfälle. Rechtzeitig gegensteuern!

3. Neue Werte? Wenn Unternehmen sich verändern, neue Prioritäten setzen oder sich ganz neu definieren, beglückt das nicht zwangsweise die ganze Belegschaft. Wer hier nicht mitkann oder mitkommt, läuft ins Leere. Präventive Auffangstationen einrichten!

4. Nörgelnde Chefs? Führung ist eine Kunst, Menschenführung erst recht. Vor allem defizitorientierte Vorgesetze wirken wie Brandbeschleuniger für ihr Team. Und stehen oft selbst bald im Feuer. Coaching und Controlling nach beiden Seiten!

5. Explodierender Krankenstand? Nicht nur Husten, Grippe und Heiserkeit gefährden die Gesundheit des Unternehmens. Körperliche Störungen wie Rückenschmerzen, Verspannungen, „Migräne“ deuten mögliche Schwelbrände an. Aktives Gesundheitsmanagement beugt vor.

6. Deprimierende Ergebnisse? Depressionen sind Burn-out-Folgen, wie sie im Lehrbuch stehen. Was für die Bilanzzahlen gilt, ist auch beim Gemütszustand von Mitarbeitern richtig: sofortiges Eingreifen erforderlich!

7. Stille im Wald? Wenn Burn-out ein Tabuthema ist, das – beim Einzelnen wie im ganzen Unternehmen – nicht angesprochen werden kann, darf, soll, dann brennt die Lunte bereits stark. Unter diesen Umständen entzünden sich laufend neue Fälle, echte wie eingebildete. Speak out loud!

8. Auf der Flucht? Kündigungsquoten, die über das Normalmaß hinausgehen, deuten auf Unzufriedenheit hin – stimmt. Aber sie sorgen auch für Stress in der Organisation, weil es dann an „allen Ecken und Enden brennt“. Die Verbleibenden belasten ihre Ressourcen über Gebühr. Siehe Punkt 2.

9. Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Aggression und Autoaggression sind Ventile, wenn der Gemütsofen überhitzt. Die Bandbreite der Stilformen reicht von Reizbarkeit über Alkoholmissbrauch bis zur Beleidigung. Kann Burn-out bedeuten, muss aber nicht: Prüfen!

10. Alles regelgerecht? Das fordert der Staat: Arbeitgeber müssen nach § 5 ArbSchG Arbeitsbedingungen beurteilen sowie Gefährdungen ermitteln und bewerten. Dazu zählen auch psychische Fehlbelastungen. Diese müssen abgestellt werden. Außerdem heißt es, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Mobbing und Burn-out vorzubeugen.