Anleitung zum Umbau

9. Dezember 2013

Organisations und Personalentwicklung stehen vor großen Umbrüchen. Die Herausforderungen sind vergleichbar mit jenen, die in der Produktion angesichts von Ressourcen"Effizienz und Automatisierung anstehen. Die Ergebnisse eines Verbundprojekts geben Anregungen für ein innovatives Herangehen an das Thema.

Alles wird flexibler: Organisationsstrukturen und Personalstrategien haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Unter dem Druck internationaler Konkurrenz und Globalisierung wurden viele Betriebe tiefgreifend reorganisiert, Personal wurde abgebaut, Zeitarbeit und Minijobs ausgeweitet. Wie Qualifikationen vor diesem Hintergrund vermittelt, erhalten und weiterentwickelt werden können, untersucht eine aktuelle Veröffentlichung aus dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Innovation in die Praxis umgesetzt

Der Band bildet den Abschluss des BMBF-geförderten Verbundprojektes „bops – Beruflichkeit, Organisations- und Personalentwicklung im Spannungsfeld von Restrukturierung und Kompetenzsicherung“. Unter Federführung des IAQ wurden mit den Projektpartnern vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF München), der Universität Bamberg und der Uniklinik Köln innovative Ansätze der Organisations- und Personalentwicklung erarbeitet und zusammen mit Unternehmen in die Praxis umgesetzt.

Es gab drei innovative Ansätze: In der Metall- und Elektroindustrie wurden firmenübergreifende Lernallianzen untersucht. Diese sind vor allem für kleine und mittlere Unternehmen hilfreich, um Ausbildungsplätze im Verbund anbieten und die eigene Versorgung mit Fachkräften sicherstellen zu können. Des Weiteren befassten sich die Forscher mit Personalvermittlungsabteilungen. Als „interne Arbeitsämter“ im Unternehmen sollen sie Entlassungen vermeiden helfen und Fachkräfte mit ihren Kenntnissen und Kompetenzen halten.

Veränderte Rahmenbedingungen

In der Automobilindustrie wurden Konzepte für durchlässige Aufstiegs- und Karrierewege analysiert, die beruflich Qualifizierten und Akademikern gleichermaßen Karrierewege eröffnen. Darüber hinaus wurde anhand repräsentativer Daten untersucht, warum Betriebe auf mehr oder weniger flexible Beschäftigungsformen zurückgreifen und in welchem Maße das auf die beruflichen Qualifikationen wirkt.

Das Buch bietet praxistaugliche wie auch betriebswirtschaftlich tragfähige Antworten, wie der Aufbau, der Erhalt und die Weiterentwicklung von Qualifikation und Kompetenz unter veränderten Rahmenbedingungen gelingen. Es wendet sich damit an Dozierende und Studierende der Soziologie und des Personalwesens wie auch an Fach- und Führungskräfte im Personalbereich.

Bibliographie: Haipeter, Thomas / Mühge, Gernot / Schmierl, Klaus / Struck, Olaf (Hrsg.), 2013: Berufliche Qualifikationen. Eine Analyse für offene und geschlossene Beschäftigungssysteme. Wiesbaden: Springer Fachmedien. ISBN 978-3-658-02294-5

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