Arbeitnehmerfreizügigkeit

17. Juli 2011

Ein Statement von Heide Franken, Geschäftsführerin Corporate & Social Affairs

Liebe Leserinnen und Leser,


politische Entscheidungen haben einen maßgeblichen Einfluss auf unsere Branche. Dabei ist es nicht nur die nationale Gesetzgebung, die uns die Leitplanken für unsere Arbeit vorgibt. Gerade auch Entscheidungen auf der Ebene der Europäischen Union werden zunehmend bedeutender für die Zeitarbeitsbranche.
Seit dem 1. Mai 2011 können die Bürger aus acht osteuropäischen Ländern ungehindert in Deutschland arbeiten. Deutschland ist eines der letzten Länder, das diesen längst überfälligen Schritt vollzieht. Andere Staaten wie Großbritannien, Irland und Schweden haben ihre Grenzen schon vor sieben Jahren für Zuwanderer geöffnet – und sie haben gute Erfahrungen gemacht.


Was bedeutet das für den deutschen Arbeitsmarkt?
Kurz gesagt: Mehr Jobs. Man muss sich die Dimensionen klar machen. Noch nie haben so viele Menschen in Deutschland gearbeitet: Über 40 Millionen. Kommen jetzt die geschätzten 100.000 dazu, die offene Stellen besetzen, sprechen wir über 40,1 Millionen Arbeitnehmer. Das ist keine Rechenaufgabe, das ist eine Voraussage! Das heißt mehr Jobs und keineswegs Verdrängung von Jobs!


Es ist dabei natürlich verständlich, dass sich deutsche Arbeitnehmer Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, weil nunmehr eine unbekannte Konkurrenz droht. Viele Menschen wissen dabei gar nicht, was auf sie zukommt. Wie immer bei Unbekanntem machen sich diffuse Ängste breit. Dabei ist gar nicht damit zu rechnen, dass es nennenswerte Verdrängungseffekte gibt. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg, also das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, hat in einer Studie festgestellt, dass zwar einige gering qualifizierte Ausländer im Inland von den motivierten Zuwanderern verdrängt werden könnten. Aber, es hat genauso festgestellt, dass das nur einige Wenige sein werden. Insgesamt kommt das IAB zum Schluss: „In Deutschland profitieren die einheimischen Arbeitskräfte langfristig durch Zuwanderung: In allen Qualifikationsgruppen steigen die Löhne und die Arbeitslosigkeit geht zurück.“ Ich finde, das ist eine positive Botschaft, die uns alle motivieren und anspornen kann.


Fakt ist: Mit der neuen Situation haben wir alle in Deutschland Chancen auf mehr Wachstum und mehr Wohlstand. Offene Märkte bringen Wohlstandsgewinne, sowohl für die Zuwanderer als auch für die Stammbevölkerung. Wir haben es dabei mit einer klassischen Win-Win-Situation zu tun. Deshalb ist der 1. Mai 2011 wirklich ein guter Tag für Deutschland und auch für Randstad gewesen.


Ihre Heide Franken

investor relations