Auf Sendung!

31. März 2010

Das „Unternehmensfernsehen“ ist erwachsen geworden - und gerade für den Bereich Aus- und Weiterbildung in Unternehmen ist Corporate TV fast nicht mehr wegzudenken.

Das Arbeitsrecht macht es Arbeitgebern – im Sinne des Arbeitnehmerschutzes – nicht leicht, leistungsschwache Arbeitnehmer ohne Weiteres zu kündigen. Dabei können die Low Performer, wie sie in der Fachsprache genannt werden, das Arbeitsklima wie auch die Unternehmensziele durchaus ins Wanken bringen. Alleine die Aussage, der Arbeitnehmer arbeite schlecht und unter den Erwartungen ist für die Richter vor Gericht nicht ausreichend.

Bevor Arbeitgeber jedoch eine Kündigung in Betracht ziehen, gibt es Maßnahmen wie beispielsweise ein Performance Improvement Plan – ein Plan zur Steigerung und Verbesserung der Leistung. In wöchentlichen oder monatlichen Gesprächen wird mit dem Arbeitnehmer über die erbrachten oder nicht erbrachten Leistungen gesprochen. Alle besprochenen Themen sollten jedoch gut dokumentiert werden. Im Falle einer Nichtverbesserung kommt es in letzter Instanz zur dann unvermeidmaren Kündigung.

Um eine Kündigung erfolgreich auszusprechen, brauchen Arbeitgeber Geduld und Beweise. Eine Vorbereitungszeit von drei bis sechs Monaten ist die Regel. In anderen Worten: Der Arbeitgeber soll die Wartezeit von sechs Monaten nach Beginn des Arbeitsverhältnisses nutzen, um eine detaillierte Dokumentation der Schlechtleistung des Mitarbeiters zu erfassen. Auch muss mindestens eine ausgesprochene Abmahnung in den Beweisunterlagen aufgeführt werden.

Noch vor zehn Jahren hieß Unternehmensfernsehen: klobige Röhrenfernseher in Kantinen, über deren Mattscheibe Verkündigungen des Vorstands und längst bekannte Belanglosigkeiten aus fernen Niederlassungen flimmerten. Doch die Bewegtbildangebote von Unternehmen an ihre Mitarbeiter haben sich radikal gewandelt.

Die Arbeitsagentur schult über TV
Beispiel Bundesagentur für Arbeit: Alle zwei Wochen stellt die Behörde ihren Mitarbeitern aktuelle Informationen via Corporate-TV bereit]– eine Art eigener Fernsehsender, dessen Inhalte auf die Bedürfnisse der Agentur maßgeschneidert sind und exklusiv produziert werden. „Das Mitarbeiter-TV ‚BA direkt’ ist ein effizienter und vor allem schneller Weg, um Informationen, Know-how und beispielsweise auch neue Prozesse gezielt an die rund 100.000 Mitarbeiter zu verteilen“, sagt Matthias Wesselmann, Geschäftsführer der Bewegtbildagentur fischerAppelt, tv media. Mit aktuell zehn Regionaldirektionen, 178 Arbeitsagenturen und 610 Geschäftsstellen legt die weit verzweigte Struktur der Nürnberger Behörde den Einsatz von Bewegtbild nahe. Aber auch immer wieder stattfindende Neuerungen im Regelwerk und bei den Abläufen machen Corporate-TV zum hilfreichen Arbeitsmedium der Mitarbeiter. „Um komplexe Abläufe und Prozesse wie beispielsweise ALG-II-Anträge einfach und strukturiert zu erklären, bietet sich der Einsatz von Corporate-TV perfekt an“, sagt Wesselmann, dessen Bewegtbildagentur BA direkt die letzten drei Jahre produzierte.

Die Ausstrahlung des Programms erfolgt nicht über klassische Fernsehempfänger, dies wäre zu aufwendig, zu teuer – und auch nicht so effektiv. Statt komplexe Übertragungstechnik zu verwenden, setzt die Bundesagentur auf die Netzwerk-Infrastruktur des vorhandenen Intranets. Die Sendungen können dadurch bequem an den Arbeitsplatzrechnern der Mitarbeiter angesehen werden, und was noch viel wichtiger ist: unabhängig von den Sendezeiten abgerufen werden. So sind auch ältere Folgen jederzeit abrufbar und bilden somit eine Art audiovisuelles Lexikon, das die Mitarbeiter im Tagesgeschäft unterstützt.

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