Flexikum: Flexibel arbeiten während des Studiums

22. Januar 2012

Neue Arbeitsmodelle sind nicht nur bei Berufstätigen gewünscht und erforderlich - auch bei Studierenden steht das Thema Flexibilisierung hoch im Kurs. Durch die Bologna"Reform wurden die zeitlichen Möglichkeiten, insbesondere freiwillige Praktika zu absolvieren, eingeschränkt. Um angehenden Akademikern eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu ermöglichen, hat die Deutsche Telekom das Flexikum entwickelt.

Flexibel arbeiten während des Studiums

Für Studierende sind Praktika heutzutage ein wichtiges Instrument, um neben ihrer theoretischen Ausbildung praktisches Wissen zu erwerben. Doch durch verkürzte Regelstudienzeiten, gepaart mit teilweise erhöhtem Vorlesungs- und Lernaufwand, ist die Zeit für freiwillige Praktika meist knapp. Aus dieser Situation heraus hat die Deutsche Telekom ein flexibles Modell entwickelt, das Studierenden die Möglichkeit bietet, sich bedarfsgerecht in der Praxis einzufinden. 

Das sogenannte Flexikum sieht dabei vor, dass Studierende über eine bestimmte Laufzeit ein Stundenkontingent im Unternehmen erfüllen. Die Dauer kann individuell festgelegt werden, je nach zeitlicher Verfügbarkeit des Studenten oder dem Arbeitsaufwand des zu bearbeitenden Projekts. Zu Beginn wird zwischen der Abteilung oder dem Bereich, in dem der Flexikant eingesetzt wird, genau vereinbart, wie viele Stunden er insgesamt während seines Flexikums tätig sein wird (x Stunden in x Monaten). Auf dieser Grundlage wir dann die entsprechende Vergütung berechnet, die dem Flexikanten jeden Monat pauschal zur Verfügung steht. Das festgelegte Stundenkontingent kann er dabei jedoch flexibel gestalten: „Das können in den vorlesungsfreien Zeiten zum Beispiel zwei bis drei Wochen am Stück sein und anschließend 15 bis 20 Stunden in der Woche“, sagt Marc-Stefan Brodbeck, Leiter Recruiting & Talent Service bei der Deutschen Telekom AG. Wichtig ist nur, dass der Student am Ende seines Praktikums sein Zeit-Soll und seine Aufgabe erfüllt hat. Denn nicht nur für die Flexikanten ist diese Art von Praktikum eine gute Lösung: „Es ist eine Win-win-Situation“, so Brodbeck weiter.

Flexibel arbeiten während des Studiums - Teil 2

Von der ersten Idee, dem ersten Brainstorming über die Umsetzung eines flexiblen Praktikums bis hin zum tatsächlichen Startschuss hat es ungefähr dreieinhalb Monate gedauert. Zuerst waren, wie Brodbeck sagt, noch Hausaufgaben zu erledigen: Da mussten Abläufe geändert sowie Prozesse angepasst und mit den Sozialpartnern, der Rechts- oder der Personalabteilung, abgestimmt werden.

Begonnen haben die ersten Studenten ihr Flexikum im Herbst 2011. Auf das Angebot aufmerksam gemacht wurde über Stellenanzeigen und Newsletter, die an Studierende verschickt wurden – und es dauerte laut Brodbeck gerade mal zwei Wochen bis die ersten Bewerbungen für das Flexikum eintrafen. „Wir bekommen im Schnitt 70 bis 80 Prozent mehr Bewerbungen als bisher für ein herkömmliches Praktikum. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihre Stunden entweder direkt vor Ort zu absolvieren, oder auch – wenn es die Aufgabenstellung zulässt – zwischendurch von zu Hause aus an ihrem Projekt zu arbeiten.

Absolviert werden kann das flexible Praktikum in vielen Geschäftsbereichen der Telekom. Die meisten der neu eingestellten Flexikanten arbeiten in den Bereichen IT, Kundenmanagement, Controlling, Personal oder im Marketing. Die unterschiedlichen Abteilungen und Fachbereiche stehen dem Flexikum bisher sehr aufgeschlossen gegenüber: „Die Rückmeldungen der Kollegen sind durchweg positiv und das Interesse wird immer größer“, so Marc-Stefan Brodbeck. „Die guten Erfahrungen, die wir gemacht haben werden durch Multiplikatoren weitergetragen und helfen, die Idee des Flexikums im Unternehmen bekannt zu machen“, fügt Pressesprecher Dennis Dennert hinzu.

Die Deutsche Telekom ist bisher das einzige der 30 DAX-Unternehmen, das ein Praktikum dieser Art anbietet. Jedoch kamen laut Brodbeck bereits Best-Practice-Anfragen von anderen Unternehmen, die Interesse an dem flexiblen Modell zeigten.

Das Interesse der Studierenden, ein Flexikum bei der Deutschen Telekom zu absolvieren, wächst ebenfalls stetig und es kommen viele Bewerbungen auf die ausgeschriebenen Stellen. „Bis Ende 2012 werden es mit Sicherheit um die 100 Flexikanten sein, die ihr Praktikum bei uns machen“, blickt der Recruiting-Chef zuversichtlich in die Zukunft.

Weitere Informationen zur Bologna-Reform finden Sie auf der Website des Bundesministerium für Bildung und Forschung www.bmbf.de

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