„Ich bin überzeugt, dass ihr alle Talente seid“

30. November 2009

Viele Hauptschüler treten heute ohne wirkliche Perspektive in ihr Berufsleben. Keine Chance auf dem Arbeitsmarkt - wozu also für den Schulabschluss büffeln? Randstad will mit dem CSR-Projekt für Haupt­schüler „Du bist ein Talent“ den jungen Leuten beweisen, dass es sich lohnt, an sich selbst zu glauben.a

In den vergangenen Jahren hat das Konzept des Jobsharings immer mehr Anklang gefunden. Auf welcher arbeitsrechtlichen Grundlage erfolgt jedoch die Umsetzung und was muss seitens des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer beachtet werden?

Die rechtlichen Bedingungen für Jobsharing regelt das Teilzeit- und Befristungsgesetz (§ 13 TzBfG). Dementsprechend sind zahlreiche Parallelen zur Teilzeitarbeit zu finden. Es gibt aber auch Unterschiede.

Wie bei den meisten Teilzeitverträgen erhält jeder Jobsharer einen eigenen Arbeitsvertrag, der die Stunden- und Gehaltsbedingungen regelt. Im Unterschied zu einer klassischen Teilzeitarbeit legen aber beide Jobsharer eigenständig einen Arbeitsplan fest. Dieser Arbeitsplan hat für alle Vertragspartner einen rechtsverbindlichen Charakter und kann durch die Arbeitnehmer nur mit dem Einverständnis des Arbeitgebers geändert werden.

Im Falle des Ausfalls eines Jobsharers, zum Beispiel bei Krankheit, ist der zweite Arbeitnehmer nicht automatisch verpflichtet den Abwesenden zu vertreten. Eine gegenseitige Vertretungspflicht kann jedoch zuvor vertraglich vereinbart werden.

In Bezug auf Urlaubsanspruch und bei der Entgeltfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall, sind Jobsharing-Konzepte wie Teilzeittätigkeiten zu betrachten. Jeder Arbeitnehmer hat einen anteiligen Anspruch gemäß der im Arbeitsplan festgelegten Arbeitsstunden.

Verlässt ein Jobsharer die Arbeitsplatzteilung, genießt der verbliebene zunächst einen begrenzten Sonderkündigungsschutz. Das bedeutet, spricht der Arbeitgeber aufgrund des Wegfalls des einen Arbeitnehmers eine Kündigung gegenüber dem anderen aus, ist diese unwirksam. Der Arbeitgeber ist zunächst dazu verpflichtet, beispielsweise durch Neueinstellung oder Versetzung für einen geeigneten Ersatz zu sorgen.

„Ich bin Eckard, 52 Jahre alt und mein Traumberuf ist Musiker“. Nach diesem Eröffnungssatz sind die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a der Gemeinschaftshauptschule Reutlinger Straße in Köln erst einmal ziemlich ruhig. Denn der das sagt, ist kein angehender Popstar, sondern Eckard Gatzke, Vorsitzender und Sprecher der Geschäftsführung von Randstad Deutschland. Die Verblüffung der jungen Leute dauert jedoch nicht lange. Schnell entwickelt sich mit dem Manager ein reges Gespräch über Berufswünsche und Träume, über Orientierungslosigkeit und Chancen.

Das klingt ungewöhnlich? Ist es aber nicht. Zumindest nicht im Projekt „Du bist ein Talent“. Bundesweit setzt Randstad in diesem Rahmen gemeinsam mit Schulen mehrere langjährige Patenschaften um, die die Jugendlichen auf ihrem Weg zur Berufswahl begleiten und sie besser auf den Arbeitsmarkt vorbereiten sollen. Vom siebten bis zum zehnten Schuljahr lernen sie dabei in speziellen Unterrichtseinheiten verschiedene Berufsbilder und Formen der Arbeit kennen. Dazu kommen Bewerbungstrainings, Betriebserkundungen, Kontakte zu Unternehmen und die Vermittlung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen.

Wer sich von den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus noch freiwillig engagiert oder außerschulische Fähigkeiten nachweist, bekommt zusätzlich den Kompetenzpass, den er bei einer Bewerbung vorlegen kann und der die Einstellungschancen bei der Lehrstellensuche erhöht.

Die Lerneinheiten, zu denen auch ein Besuch der örtlichen Agentur für Arbeit und des Berufsinformationszentrums zählen, finden in einem zwei- bis dreimonatigen Rhythmus statt. Randstad bereitet die durchschnittlich 16 Lernmodule inhaltlich vor und stellt die nötigen Unterrichtsmaterialien bereit. Jede Schule hat dabei ihre festen Ansprechpartner und Projektpaten in den Führungskräften der jeweiligen Randstad Niederlassungen, die über die gesamte Zeit hinweg bei Fragen zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel Dagmar Breul, Regional Key Account Manager in Köln.

Was wollt ihr die nächsten 50 Jahre machen?

Diesmal ist die Klasse aus der Gemeinschaftshauptschule Reutlinger Straße von Eckard Gatzke zur Betriebserkundung in das Kölner Randstad Cityhaus eingeladen worden. Für die Schülerinnen und Schüler eine willkommene Abwechslung und ein guter Anlass, sich vor Ort mit den Mitarbeitern zu unterhalten. Und alle stehen Rede und Antwort: ob Sekretärin, Hausmeister, Beauftragter für Human Resources oder Safety Manager. „Beeindruckend, wie viele Aufgaben und Berufe es in einem solchen Unternehmen gibt“, lautet anschließend das Fazit der Schüler und ihrer Klassenlehrerin Regina Bornemeier.

Im Mittelpunkt aber steht das Gespräch mit Eckard Gatzke: Schließlich haben die Schüler nicht alle Tage die Gelegenheit, sich mit dem Chef eines Großunternehmens zu unterhalten, der ein offenes Ohr für sie hat. Die Klasse ist gut vorbereitet. Mit selbst gestalteten Plakaten informiert sie den Gastgeber ihres ungewöhnlichen Ausflugs über andere Betriebserkundungen, die sie schon erlebt hat – etwa beim Kölner Stadtanzeiger. Ein anderes Highlight, so die Jugendlichen, war die Teilnahme an einem Berufsorientierungscamp. Denn immer wieder geht es auch bei diesem Gespräch um die alles entscheidende Frage: „Was will und was kann ich beruflich machen?“

Eckard Gatzke hat großes Verständnis für das Problem der jungen Leute, die richtige Entscheidung zu treffen. „Es ist nicht einfach, mit 14 zu wissen, was man die nächsten 50 Jahre machen will. Ich denke, es ist einfach wichtig, dass man etwas lernt und seine Chancen nutzt.“ Gatzke weiß, wovon er spricht, denn schließlich hat er selbst mit 15 Jahren eine Ausbildung zum Industriekaufmann begonnen und erinnert sich noch gut daran, welche Schwierigkeiten es ihm bereitet hat, einen passenden Ausbildungsberuf zu finden. Deshalb ermutigt er die 18 Schülerinnen und Schüler, ihre eigenen Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. „Selbstverantwortung, aber auch der Glaube an sich selbst, sind dabei die entscheidenden Fakten“, appelliert der Randstad Geschäftsführer an seine Besucher.

Auf die Frage eines Teilnehmers, warum sich das Zeitarbeitsunternehmen denn eigentlich so für die Schüler engagiert, antwortet er: „Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung und ich glaube, dass ihr alle Talente seid. Wir wollen sehen, was ihr daraus macht, und euch auf eurem Weg begleiten und unterstützen.“ 

investor relations