Im Überblick: Personalmessen 2017

1. Februar 2017

Es bleibt digital in der Welt der Personalarbeit. Wobei auf Arbeitgeberseite der abgestimmte Mix zwischen technischem Fortschritt und menschlicher Nähe immer wichtiger wird, wie ein Blick auf die Schwerpunkte der bedeutendsten Messen des Jahres zeigt.

Personalmessen-2017
  • Führung von mobile Workers baut auf Vertrauenskultur und einem Mehr an Kommunikation auf.
  • Präsenzvorträge bewahren im digitalen Umfeld ihre Anziehungskraft
  • Veranstalter setzen auf Networking und Anstiftung zum Dialog

Cloud-Lösungen und mobile Endgeräte machen Mitarbeiter unabhängig vom Arbeitsort. Die technische Entwicklung beflügelt den Wandel in der Arbeitswelt: Beschäftigte haben mehr Auswahl, wann und wo sie arbeiten möchten. Arbeitgeber müssen dafür nicht nur mobile Endgeräte bereitstellen. Ebenso wichtig sind eine neue Organisationsstruktur und eine Vertrauenskultur - geprägt von intensivierter Kommunikation: Wie funktioniert Führung in einem mobilen Umfeld? Wie tauschen Mitarbeiter am besten ihr Wissen, ihre Erfahrungen aus? Können Arbeitgeber die „mobile Worker“ so unterstützen und weiterbilden, dass beste Arbeitsqualität und eine hohe Zufriedenheit damit einhergehen? Um diese und verwandte Fragen drehen sich auf der PERSONAL2017 Nord am 25. und 26. April in Hamburg zahlreiche Beiträge von Experten, die Beispiele aus ihren Unternehmen oder aktuelle Studienergebnisse vorstellen.

Unternehmenskultur und Technik abstimmen

Prof. Wolfgang Henseler, Professor für Digitale Medien und Master of Creative Directions an der Hochschule Pforzheim, macht bei der PERSONAL2017 Süd (am 9. und 10. Mai in Stuttgart) mit seinem Keynote-Vortrag Lust auf Digitalisierung: Als Gründer und Managing Creative Director von Sensory-Minds, einem Designstudio für neue Medien und innovative Technologien, lotet er die Möglichkeiten aus, die die Digitalisierung für Unternehmen bereit hält. Zu den Keynote Speakern gehört auch die Bloggerin Carolin Desirée Töpfer („Digitalisierung jetzt!“). Die Programmiererin unterstützt Fach- und Führungskräfte aus kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) dabei, digitale Fähigkeiten zu entwickeln und Technologien zu verstehen. Netzwerke(n) sind das Leitthema der Fachmesse. Denn um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, müssen sich Arbeitgeber diesem Trend anpassen und neue Räume schaffen. Dazu gehört nicht nur eine Unternehmenskultur der Vernetzung und Begegnung, sondern auch die passende Technik samt Training für die Mitarbeiter. Anregungen für eine solche Arbeitswelt der Zukunft erhalten Unternehmensvertreter beim Spotlight „Generation Netzwerk“ anhand von Vorträgen, Diskussionen und konkreten Lösungen.

Offener 4.0-Prozess beschäftigt die ganze HR

„Wir lassen uns als Personaler oft noch zu sehr zurückdrängen. Wir müssen das Feld zurückerobern“, appellierte Norbert Janzen, Geschäftsführer und Arbeitsdirektor von IBM Deutschland, an HR-Manager, die einen Großteil der Besucher auf der Zukunft Personal im vorigen Jahr ausmachten. „Es gibt so viele coole Themen. Wenn jeder sich nur ein paar herausgreift, dann können wir durch die Digitalisierung das Human Resource Management verändern und ihm wieder zu neuer Bedeutung verhelfen. Wir sollten uns nicht wegrationalisieren lassen, sondern die Verantwortung einfordern.“ Messemacher Ralf Hocke schlug in die gleiche Kerbe: „Arbeiten 4.0 ist ein offener Prozess, der uns auch in Zukunft noch beschäftigen wird.“ Neues Denken sei erforderlich, das auch auf der Premiere von Europas größter Personalmesse vom 19. bis 21. September in der koelnmesse. „Wir haben gerade erst begonnen, uns dieses neue Mindset auch für das Personalmanagement zu erschließen. Die Zahl der möglichen Ansätze und Lösungen in Unternehmen nimmt jedoch ständig zu.“

Menschliches Miteinander zählt

Körpersprache und Profilanalyse, Stressmanagement und Resilienz, Gehirnforschung und Interkulturelle Intelligenz: Viele der Vortragsthemen bei der Personalmesse am 18. Oktober in München wirken fast wie eine Gegenbewegung zur allgegenwärtigen Automatisierung und Digitalisierung in der Personalarbeit. Der Eindruck täuscht insofern, als die Tagesveranstaltung genügend Raum auch für diese Themen lässt. Im persönlichen Miteinander von Referenten und Teilnehmern sehen die Veranstalter aber offensichtlich noch immer die beste Gelegenheit, jene Faktoren im HR anzusprechen, bei denen es um das menschliche Miteinander und die individuellen Faktoren geht.

Recruiting auf breiter Front

Wie gut sich analoge Veranstaltungen im digitalen Zeitalter halten, wenn das Angebot seine Zielgruppe passgenau erreicht, zeigt auch in diesem Jahr wieder die connecticum vom 25. bis 27. April in Berlin. Vor mehr als zehn Jahren von Studenten an einer Berliner Hochschule gegründet, ist die Organisation heute ein großer Anbieter in den Bereichen Recruiting, Hochschulmarketing und Employer Branding. Die Dienste werden von 160 Hochschulen, 600 renommierten Arbeitgebern sowie 70.000 angemeldeten Studenten, Absolventen und Young Professionals in Anspruch genommen. Ihr Glanzstück ist die jährliche Jobmesse mit den Schwerpunkten Business, IT und Engineering. 400 renommierte Unternehmen aus Deutschland, Europa und Asien präsentieren sich dabei mit Messeständen, Firmenvorträgen, Dialogevents, Einzelgesprächen und ihren Stellenangeboten.

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