Literatur-Tipps: Gut aufgestellt im Unternehmen

30. Juni 2008

Was kann eine Führungskraft von Klins­mann, Hitzfeld und Co. lernen? Viel, meint Managementdenker Reinhard K. Sprenger und zieht spannende Parallelen zwischen dem Profifußball und dem Alltag in Unternehmen.

Großraumbüros gelten bei vielen Firmen als kosteneffektiv, denn auf einer großen Fläche können mehr Arbeitsplätze eingerichtet werden als Einzelbüros. Zudem lassen sich langfristig gesehen mehr Energie- und Baukosten sparen. Noch effektiver wird es dann, wenn der Mitarbeiter keinen festen Schreibtisch mehr hat, sondern sich jeden Tag an einen noch freien Platz setzt. So werden Urlaubs- und Fehlzeiten in die Anzahl der verfügbaren Arbeitsplätze mit einkalkuliert.

Theoretisch soll auch der Mitarbeiter vom Arbeiten in einem Großraumbüro profitieren. Das offene Baukonzept fördert die Kommunikation im Team, lautet meist ein Argument. Doch das Gegenteil ist oft der Fall. Durch den hohen Lautstärkepegel steigt das Stresslevel beim Mitarbeiter übermäßig an. Auch die permanente Beobachtung durch Vorgesetzte und Kollegen fördert alles andere als eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeiter können jedoch einige Maßnahmen treffen, um das Arbeiten in einem Großraumbüro zu verbessern. Wo möglich, sollten Ausweichräume geschaffen werden, in die sich Mitarbeiter zum konzentrierten Arbeiten zurückziehen können. Auch Gleitzeitmodelle können eine Option sein.

Der Lärmpegel kann reduziert werden, indem laute Geräte, wie Plotter oder Kopierer, in einem separaten Raum abgestellt werden. Auch schallabsorbierende Oberflächen auf Boden und an Wänden können helfen. Mitarbeiter können sich mit Ohrstöpseln und Kopfhörern vor Lärm schützen. Das Tragen von Kopfhörern signalisiert zudem anderen Kollegen, dass man derzeit nicht für Gespräche verfügbar ist. Zeiten in denen konzentriert gearbeitet werden muss, sollten für alle anderen im Kalender sichtbar geblockt werden.

Denn Fußball ist zur Schau gestelltes Leben. Er zeigt: Ich kann mein Leben führen, beeinflussen und steuern, zum Beispiel auf bestimmte Ziele hin. Und wenn der Fußball als Metapher für Lebensmanagement geeignet ist, dann ist er es erst recht für das Wirtschaftsleben und den Unternehmensalltag, wo die Fußballsprache bereits allgegenwärtig ist.]Manche Unternehmen spielen „in der ersten Liga“, andere sind ins „Abseits“ geraten. „Gut aufgestellt“ sind die, die über gute Produkte, eine schlagkräftige Mannschaft und eine effiziente Organisation verfügen.

Für Reinhard K. Sprenger, profilierter Führungsexperte und Fußballfan, ist Fußball nicht nur eine Metapher, sondern geradezu ein Modell für modernes Management. Denn Führungskräfte in Unternehmen sind heute da angekommen, wo Trainer und Fußballmanager schon lange sind: Kurzfristiger Ergebnisdruck, dauernde Veränderung, stetige Wachstumsansprüche, globaler Wettbewerb, ständige Verbesserung und Innovation lauten die Anforderungen.

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