Loyalität der Mitarbeiter bleibt groß

10. Februar 2016

Frauen stehen trotz schlechterer Chancen treuer zu ihrem Arbeitgeber als Männer. Wichtigstes Kriterium für beide Gruppen ist nach wie vor die Sicherheit des Arbeitsplatzes, ergab die „Jobstudie 2015“ von Ernst & Young.

Trotz eingeschränkter Perspektiven sind die Beschäftigten ihrem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal: Drei von vier Arbeitnehmern sagen von sich, dass sie sich ihrem Arbeitgeber verbunden beziehungsweise sogar sehr eng verbunden fühlen. Gar keine Verbundenheit zum Arbeitgeber verspüren lediglich vier Prozent. Das besagt die „Jobstudie 2015“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young), für die mehr als 2.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland befragt wurden.

Wechselmotive sind mehr Geld, Karriere, Sicherheit

Die Loyalität wird allerdings vor allem dann auf die Probe gestellt, wenn bei einem eventuellen neuen Arbeitgeber mehr Geld winkt. Fast die Hälfte – 46 Prozent – der Arbeitnehmer könnte das motivieren, den Arbeitgeber zu wechseln. Für bessere Karrierechancen würde sich jeder Fünfte einen Wechsel überlegen. Eine höhere Jobsicherheit sowie interessantere Arbeitsinhalte könnten jeweils noch 16 Prozent motivieren, künftig ihr Geld woanders zu verdienen.

Frauen sind loyaler

Frauen sind ihrem Unternehmen gegenüber im Durchschnitt eher loyal als Männer: 26 Prozent der Frauen fühlen sich mit ihrem Arbeitgeber sehr eng verbunden – das gleiche sagen 23 Prozent der Männer von sich. Entsprechend begeben sich Frauen auch seltener auf Jobsuche als Männer: 16 Prozent der weiblichen Beschäftigten suchen einen neuen Arbeitgeber im Vergleich zu 20 Prozent der männlichen.

Viele vermissen Perspektiven 

Die Kehrseite der Loyalität: Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer fühlt sich im eigenen Unternehmen am Ende der Karriereleiter angekommen, 53 Prozent sagen, dass sie keine Aufstiegsmöglichkeiten sehen. Dabei würde sich die Hälfte von ihnen (49 Prozent) mehr Aufstiegsmöglichkeiten wünschen. Vor allem für Frauen ist der Weg nach oben häufig versperrt: Lediglich 41 Prozent sagen, dass sie Aufstiegsmöglichkeiten sehen, bei Männern liegt der Anteil bei 53 Prozent.

Wenig Wechseldruck 

Was die eigenen Perspektiven angeht, setzen die deutschen Arbeitnehmer vor allem auf Sicherheit. Nur etwa jeder Sechste (18 Prozent) ist derzeit auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Nur jeder Siebte sieht sich in fünf Jahren in einer anderen Firma. Der Druck zu wechseln ist derzeit auch gering: „Die gute Beschäftigungslage und starke Konjunktur in Deutschland führt nicht zu einem Anstieg der Jobwechsel. Die Mitarbeiter setzen auf Sicherheit und meiden das Risiko eines Arbeitsplatzwechsels“, kommentiert Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner bei EY.

Verbundenheit motiviert.

Die hohe Verbundenheit der Mitarbeiter habe zwei Seiten: Für die Arbeitgeber sei sie sicherlich ein gutes Zeichen und ein hohes Gut. Wer sich mit seinem Unternehmen verbunden fühle, gehe motivierter zur Arbeit als jemand, der keinen Bezug zu seinem Arbeitgeber verspürt. Und die Unternehmen könnten verlässlich planen.

Mehr Wertschätzung für Karriere

„Allerdings könnte mehr Dynamik am Arbeitsmarkt auch zu neuen Chancen für den Standort Deutschland führen“, sagt Grohnert. „Eine dynamische Wirtschaft benötigt einen mobilen Arbeitsmarkt und aufstiegsorientierte Mitarbeiter, aber auch Unternehmen, die den Mitarbeitern genügend Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Dazu gehört auch, dass Karriere und Aufstieg gesamtgesellschaftlich höher bewertet und stärker akzeptiert sein sollten“.

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