Respekt – Keine Frage des Glaubens

15. Juni 2015

Glauben ist Privatsache. Gleichwohl bekommt es jeder mit, wenn ein anderer seine Religion aktiv ausübt. Eine regelgerecht gelebte Fastenzeit, ein Gebet zu vorgeschriebener Stunde, unterschiedlich datierte Feiertage, mit Glaubensregeln verbundene Kleidung – es gibt viele religiöse Handlungen, die von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Religionsfreiheit zählt daher zu den klassischen, national und international geschützten Menschenrechten.

Am Arbeitsplatz berührt das grundsätzlich das Miteinander von Kolleginnen und Kollegen, mitunter aber auch Prozesse und Strukturen im Unternehmen. Mit dem Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist grundsätzlich bestimmt, das niemand wegen seiner religiösen Einstellung benachteiligt werden darf. Im täglichen Miteinander jedoch zählen nicht nur Verbote. Es kommt vielmehr darauf an, wie sich Menschen unterschiedlicher Orientierung zusammenfinden und respektieren.

Selbstverständlich kann Religionsfreiheit nicht grenzenlos beansprucht werden. Die Einhaltung von persönlichen religiösen Vorschriften kann zu Konflikten zwischen Einzelnen und Gruppen führen. Randstad hat vor diesem Hintergrund Anfang Mai ein „Religionskompendium“ veröffentlicht. Der Grund: „Wenn wir wissen, wie die Ausübung einzelner Religionen in der Praxis aussieht und welche Feste oder Feiertage die Menschen anderer Religionsgemeinschaften feiern, können wir Rücksicht darauf nehmen“, sagt Heide Franken, Managing Director Corporate & Social Affairs bei Randstad Deutschland. „Diese Mitarbeiter fühlen sich bei uns willkommen und arbeiten motivierter.“

Das Kompendium regt auch an, Fest- und Feiertage anderer Glaubensgruppen über einen interkulturellen Kalender auf dem eigenen Arbeitsplatz anzulegen. Sie sollen so Zugang haben zu einer optimalen Betreuung der aus unterschiedlichen Kulturen stammenden Mitarbeiter. „Christliche Feiertage sind uns bekannt, da gesetzlich geregelt und oftmals arbeitsfrei. Für andere Glaubensgruppen ist das nicht der Fall. Für Mitarbeiter, die ihren Glauben aktiv leben, haben diese Fest‐und Feiertage eine besondere Bedeutung“, erläutert Claudia Nies, Projectmanager bei Randstad Deutschland.

Nies leitet den Diversity-Council des Unternehmens, der im September 2014 gegründet wurde und im Rahmen seiner Diversity‐Strategie u.a. das Religionskompendium erarbeitet hat. „Die Förderung von Vielfalt ist uns wichtig, immerhin leben und arbeiten Menschen aus über 120 Nationen mit den verschiedensten religiösen und kulturellen Wurzeln bei Randstad Deutschland“, sagt sie. „Mit diesem Kompendium, das am Diversity‐Tag an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter herausgegeben wird, wollen wir eine Sensibilisierung für andere Religionen schaffen und im Arbeitsalltag Raum für Rücksichtnahmen und damit einen respektvollen Umgang untereinander fördern.“

Seit 2008 ist Randstad Mitglied der Charta der Vielfalt. Mit der Unterzeichnung unterstreicht das Unternehmen, dass Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt Teil der Unternehmenskultur sind. Randstad legt Wert auf ein Arbeitsumfeld, das frei von Vorurteilen ist – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

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