Spiele als Schlüssel zu Kommunikation und Kreativität

24. Juni 2013

Auch wenn auf den ersten Blick die elektronischen Spielvarianten die Nase vorn haben: Auch auf dem klassischen Spielemarkt finden sich Angebote, die sich gut für eine spielerisch geprägte Aus- und Weiterbildung eignen.

Dass sich die inzwischen zum Klassiker avancierten „Siedler von Catan“ in Managementkreisen einer umfangreichen Anhängerschar erfreuen, war führenden Wirtschaftstiteln der Republik eigene Storys wert. In Zeit, WirtschaftsWoche und der Washington Post war schon zu lesen, dass Facebook-Gründer Marc Zuckerberg begeisterter Anhänger des Brettspiels ist, bei dem unter wechselnden Voraussetzungen die Mitspieler ihr unternehmerisches Glück suchen.

Das traditionelle, gemeinsame Spiel an einem Tisch hat gegenüber seinen elektronischen Konkurrenten vor allem einen Vorteil: die unmittelbare Kommunikation der Beteiligten. Weshalb die Züricher „Game Solution“, die derartige Brettspiele für Unternehmen entwickelt, in ihren „10 Gründen, ein Spiel als Kommunikationsmittel einzusetzen“ www.gamesolution.ch, unter anderem darauf hinweist, dass durch ein Spiel kommuniziert werden kann, „was in der Realität nicht erlaubt ist – denn in einem Spiel sind Humor und Witz erlaubt, im Geschäftsalltag und im Umgang mit Medien, Investoren, Kunden hingegen nur selten“.

Was Hänschen gefällt, taugt für Hans allemal

„Die größte Kunst ist, den Kleinen alles, was sie tun oder lernen sollen, zum Spiel und Zeitvertreib zu machen," hatte schon der englische Philosoph John Locke in seinen „Gedanken über Erziehung“ formuliert. Der Gedanke liegt nahe, das Prinzip auch auf die „Großen“ zu übertragen, sind diese doch in gewissen Fähigkeiten und Eigenschaften, die ihr Beruf von ihnen fordert, auch immer wieder mal klein. Hier setzen klassische Spiele und Spielzeuge mit ihren charakteristischen Eigenschaften an.

„Systematische Kreativität” zum Beispiel – wenn es dafür beim Spielzeug eine Entsprechung gibt, dann muss sie „Lego®“ heißen. Auch wenn die dänischen Klötzchen-Bauer inzwischen mit einer Vielzahl figürlicher Spielsets am Markt sind, so haben doch über viele Generationen hinweg Kinder die Gelegenheit genutzt, mit dem vorhandenen Material Baumeister der eigenen Phantasie zu werden.

Das erkannte Prinzip hat Unternehmenschef Kjeld Kirk Kristiansen schon vor einiger Zeit dazu bewogen, eine unternehmensinterne Strategieberatung ins Leben zu rufen. Weil es nahe lag, hat er sie auch mit dem hauseigenen Produkt als Basismaterial ausstatten lassen.

Mit bunten Steinen eine Problemlösung bauen

So erfolgreich war die Idee, dass daraus mit LEGO® SERIOUS PLAY® ein eigener Geschäftszweig entstanden ist. Der bietet am Markt nicht nur sein Wissen an, sondern auch Spielsets für Erwachsene, die damit in Workshops und Seminaren einen neuen Ansatz der Aus- und Weiterbildung aufgreifen – verbunden mit Erinnerungen an die eigenen, kindlichen Erfolgserlebnisse. zum Video

Das Verfahren, bei dem die Teilnehmer an einem Workshop den Weg zur und die Lösung einer Aufgabe mit den bunten Steinen „bauen“, sei „Sprache, Kommunikationswerkzeug, Problemlösungs-Methode“, aufgebaut auf der Überzeugung, dass jeder zur Diskussion, zur Entscheidung und zum Ergebnis beitragen könne, beschreibt das Unternehmen die Grundlage für das Konzept.

Würfel der anderen Art

Noch ein Geheimtipp, aber in Trainerkreisen immer beliebter, sind die „Story Cubes“, eine Entwicklung der irischen Firma „The Creativity Hub“. Das Unternehmen war ursprünglich in erster Linie im Seminar- und Beratungsbereich tätig. Aus dieser Arbeit heraus sind auch die Würfel entstanden.

Neun von ihnen, mit je sechs verschiedenen Motiven versehen, regen die Kreativität an und sind Basis für immer neue Geschichten. Was hat das Indianerzelt mit der Schildkröte zu tun? Und wie passen der Gehstock und das Schlüsselloch dazu? Nach dem Würfeln müssen jeweils neun Motive zu einer Geschichte verbunden werden, die den Mitspielern erzählt wird. Regeln oder falsche Antworten gibt es dabei keine, aber natürlich gilt: Je größer die Fantasie, desto besser die Geschichte.

Neben vielen anderen Zwecken wie Unterricht oder Therapie werden die Story Cubes international auch immer wieder zur Personalentwicklung eingesetzt. Der Blog der Erfinder www.storycubes.com/blog berichtet von zahlreichen Einsatzvarianten. 

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