Stress spielt eine zentrale Rolle im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

9. Dezember 2013

„Psychische Erkrankungen sind eines der drängendsten Probleme in der Arbeitswelt und kosten Unternehmen und Sozialversicherungen Milliarden. Allein 2011 gab es 59 Millionen Krankentage wegen psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Leider machen sich noch viel zu wenige Betriebe Gedanken, wie sie ihre Belegschaft vor Stress und Burnout schützen können. Dass es nicht am guten Willen mangelt, zeigt die Tatsache, dass die deutschen Unternehmen spitze sind, wenn es um den Schutz vor körperliche Gefahren geht. Jetzt ist es höchste Zeit, dass wir auch bei den psychischen Belastungen voran kommen.“ Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen

„Stressreport Deutschland 2012“

Der vom Arbeitsministerium erstellte Stressreport wertet Befragungen von rund 18.000 Erwerbstätigen differenziert nach Alter, Geschlecht, Arbeitszeitumfang, Position, Wirtschaftszweigen und Berufen aus.

Zentrale Belastungsfaktoren sind:

  • verschiedene Arbeiten gleichzeitig betreuen / Multitasking
  • starker Termin- und Leistungsdruck
  • ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge
  • Arbeitsunterbrechungen
  • sehr schnell arbeiten zu müssen

Weitere Ergebnisse des Reports

  • Die Belastung durch „starken Termin- und Leistungsdruck“, „sehr schnell arbeiten müssen“ und „detailliert vorgeschriebene Arbeitsdurchführung“ hat zugenommen.
  • Ein Drittel der Befragten lässt Pausen wegen zu viel Arbeit ausfallen.
  • Gesundheitliche Beschwerden durch psychische Belastungen (langfristige Beanspruchungs- und Stressfolgen) nehmen zu.
  • Dazu gehören Beschwerden in Schulter, Nacken, Rücken etc. genauso wie psychovegetative (Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen etc.).
  • Knapp 17% der Beschäftigten fühlten sich häufig während der Arbeit sowohl körperlich als auch emotional erschöpft.

    Grafik: Beschwerden, die durch die Arbeit entstanden sind

„Stressreport Deutschland 2012“

Der vom Arbeitsministerium erstellte Stressreport wertet Befragungen von rund 18.000 Erwerbstätigen differenziert nach Alter, Geschlecht, Arbeitszeitumfang, Position, Wirtschaftszweigen und Berufen aus.

Zentrale Belastungsfaktoren sind:

  • verschiedene Arbeiten gleichzeitig betreuen / Multitasking
  • starker Termin- und Leistungsdruck
  • ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge
  • Arbeitsunterbrechungen
  • sehr schnell arbeiten zu müssen

Weitere Ergebnisse des Reports

  • Die Belastung durch „starken Termin- und Leistungsdruck“, „sehr schnell arbeiten müssen“ und „detailliert vorgeschriebene Arbeitsdurchführung“ hat zugenommen.
  • Ein Drittel der Befragten lässt Pausen wegen zu viel Arbeit ausfallen.
  • Gesundheitliche Beschwerden durch psychische Belastungen (langfristige Beanspruchungs- und Stressfolgen) nehmen zu.
  • Dazu gehören Beschwerden in Schulter, Nacken, Rücken etc. genauso wie psychovegetative (Müdigkeit, Mattigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen etc.).
  • Knapp 17% der Beschäftigten fühlten sich häufig während der Arbeit sowohl körperlich als auch emotional erschöpft.

Daten und Fakten zur psychischen Gesundheit

  • 2011 wurden bundesweit 59,2 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert.
  • Das ist ein Anstieg um mehr als 80% in den letzten 15 Jahren.
  • Es führt zu einem Ausfall an Bruttowertschöpfung von 10,3 Mrd. Euro und Produktionsausfallkosten in Höhe von 5,9 Mrd. Euro.
  • 41% aller Neuzugänge zur Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit waren auf psychische Störungen zurückzuführen.
  • Psychische Belastungen sind damit inzwischen Ursache Nummer eins für Frühverrentungen. Das Durchschnittsalter lag bei 48,3 Jahren.
  • 2006 wurden knapp 27 Mrd. Euro für die Behandlung psychischer Erkrankungen ausgegeben. Das waren 3,3 Mrd. Euro mehr als noch 2002.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Stressfaktoren nehmen zu

Durch die zeitliche und räumliche Flexibilisierung der Arbeitswelt stoßen Arbeitnehmer an ihre psychischen Belastbarkeitsgrenzen. Insbesondere bei ständiger Erreichbarkeit, häufigen Überstunden, wechselnden Arbeitsorten und langen Anfahrtswegen zur Arbeit leiden Beschäftigte zunehmend an psychischen Beschwerden. Das belegt der „Fehlzeiten-Report 2012“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). „Im Grunde ist es gut für die Gesundheit, wenn Beschäftigte ihre Arbeit räumlich und zeitlich an die eigenen Bedürfnisse anpassen können. Aber diese Flexibilität braucht ihre Grenzen“, sagte Helmut Schröder, Herausgeber des Fehlzeiten-Reports und stellvertretender Geschäftsführer des WIdO.

Mehr als jeder dritte Erwerbstätige hat in den letzten vier Wochen häufig Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit erhalten (33,8%) oder Überstunden geleistet (32,3%). Auch Arbeit mit nach Hause zu nehmen (12,0%) oder an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten (10,6%) stellt kein Randphänomen dar.

„All diese Belastungen im Arbeitsalltag führen dazu, dass diese Beschäftigten mehr an psychischen Beschwerden leiden als diejenigen, die diesen Belastungen nicht ausgesetzt sind“, erläutert Schröder. Dabei berichten die Befragten nicht nur über Erschöpfung (20,8%) oder das Problem in der Freizeit nicht abschalten zu können (20,1%), sondern auch über Kopfschmerzen (13,5%) oder Niedergeschlagenheit (11,3%).

Nützliche Links

Das vom BMAS im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit geförderte Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ (psyGA) bietet konkrete Informationen und praxisnahe Handlungsanleitungen für Unternehmen und Beschäftigte sowohl gedruckt als auch digital unterwww.psyga.info.

Die BKK Toolbox (kostenpflichtig) enthält ein interaktives Praxishandbuch mit konkreten Handlungsanleitungen. Es informiert von der Planung, über die Analyse bis hin zur Evaluation alles, was für die erfolgreiche Umsetzung geeigneter Präventionsmaßnahmen erforderlich ist. Ergänzt wird das Handbuch durch weitere Informationen zu den drei Bereichen Wissen, Tools und Best Practice.

Die Evangelische Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS) bietet auf ihrer Website einenSelbstcheck an, mit dem psychischen Belastungen am Arbeitsplatz auf den Grund gegangen wird.

Mit der Broschüre „Psychische Belastungen am Arbeitsplatz“ der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) können Unternehmer und Personalverantwortliche analysieren, wie hoch die psychische Belastung in ihrem Unternehmen ist. Der Kurzcheck zu den psychischen Gefährdungen umfasst zehn Kapitel unter anderem zu den Bereichen Unternehmensleitung, Organisationskultur, Führungsstil, Teamklima, Mitarbeiterförderung, Betriebsorganisation und Arbeitsprozesse. Sie ist unter www.bgetem.de gegen eine geringe Schutzgebühr erhältlich.

investor relations