Wegbegleiter durch die Welt der angewandten Ergonomie

23. Oktober 2013

Gerade mittelständische Unternehmen müssen sich den vielfältigen Herausforderungen im Aufgabenfeld „Ergonomie“ häufig erst noch stellen. Wertvollen Beistand liefert ihnen die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Der etwas sperrige Titel und der hoheitliche Auftrag mögen auf den ersten Blick etwas irritieren. Wer genauer hinsieht, wird bei der BAuA in der Regel schnell auf der praktischen Ebene fündig – oder bekommt aus deren Grundlagenarbeit zumindest wertvolle Impulse und Anregungen für die eigenen Entscheidungen im Betrieb. Beispiel 1: Im Rahmen der Studie „Digitale Ergonomie 2025“ hat die BAuA mit Hilfe einer Expertengruppe Trends für die kommenden Jahre herausgearbeitet und 2012 bei einer Tagung diskutiert.

Computer simuliert menschliche Bewegungen

Hintergrund: Ähnlich wie in der Konstruktion helfen rechnergestützte Methoden der Ergonomie. Geeignete Modelle des Menschen simulieren z.B. Bewegungsabläufe und Belastungen im Computermodell schon in der Entwicklungsphase. Solche virtuellen Abbildungen decken frühzeitig Mängel in der Gestaltung auf, die dann bei der realen Umsetzung vermieden werden. Sichere und gebrauchstaugliche Produkte sowie die Arbeitsgestaltung lassen sich so gezielt verbessern.

Der Tagungsband „Digitale Ergonomie – Trends zum Einsatz digitaler Menschmodelle“ enthält die Beiträge der Referenten und kann im PDF-Format auf der BAuA-Homepage unter der Adresse www.baua.de/publikationen heruntergeladen werden.

Firmen mit eigenem Ergonomieberater

Bei der Gestaltung von Bildschirmarbeit wiederum bietet die BAuA-Broschüre „Über die Schulter geschaut – Kollegiale Hilfe durch betriebliche Ergonomieberater“ nützlichen Beistand. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium NRW. Dort gibt es seit dem Jahr 2000 in jeder Dienststelle einen betrieblichen Ergonomiebeauftragten. Als Experte für den Büroarbeitsplatz ist er Bindeglied zwischen Kollegen, Vorgesetzten, Arbeitsmedizinern, Sicherheitsfachkräften und Personalrat. Ein Vorteil ist, dass der Ergonomieberater als Betriebsangehöriger die Organisationseinheit sowie Arbeitsabläufe, Arbeitsaufgaben und eingesetzte Arbeitsmittel sehr gut kennt und Ansprechpartner für die Beschäftigten direkt vor Ort ist.

Die BAuA-Broschüre „Über die Schulter geschaut“ gibt Tipps zur Organisation einer] betrieblichen Ergonomieberatung und informiert über die vielfältigen Aufgaben der Ergonomiebeauftragten in einem Unternehmen. Eine „Schritt für Schritt“-Anleitung hilft dabei, die betriebliche Ergonomieberatung in die Praxis umzusetzen. Im PDF-Format gibt es die Broschüre zum Herunterladen unter www.baua.de.

Produkte auf ergonomische Qualität prüfen

Wer beruflich Produkte auf ihre Gebrauchstauglichkeit prüft, findet bei der BAuA ebenfalls Hilfsmittel. Deren Ergonomie-Experten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz haben schon 2010 ein Kompendium veröffentlicht, das Grundlagen der Ergonomie, Praxistipps und ein ausführliches Glossar ebenso enthält wie einen Anforderungskatalog und ein Prüfschema für Produkte. Das Prüfschema baut auf den langjährigen Erfahrungen der Produktprüfung von technischen Arbeitsmitteln und Verbraucherprodukten bei der TÜV Rheinland Group auf und wurde um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse der BAuA sowie um den aktuellen Stand von Technik und Normung ergänzt.

Besonders hilfreich: Das Kompendium stellt unterschiedliche Methoden und Werkzeuge vor, die bei Produktprüfungen angewendet werden können. Kurz und bündig werden Aufbau und Struktur von Checklisten, Benutzertests und Heuristischer Evaluation dargestellt, bevor entlang des Prüfungsablaufs die verwendeten Methoden und Werkzeuge ausführlich und verständlich beschrieben werden. Listen, Grafiken und Tipps machen das Prüfschema zu einem nützlichen Arbeitswerkszeug. Es lässt sich kostenlos von der BAuA-Homepage herunterladen: www.baua.de.

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