Wissen kompakt: Kantine

22. Januar 2012

Wo wird mittags gegessen?

Quelle: Forsa Studie im Auftrag der DAK, September 2006

Auch in der Regierung ein Thema

Vom Fiskus serviert: Sachbezugswerte für das Jahr 2012

Gewährt ein Arbeitgeber seiner Belegschaft kostenlos oder verbilligt Mahlzeiten, sind diese bei der Lohnsteuer und bei der Sozialversicherung lediglich mit dem anteiligen amtlichen Sachbezugswert nach der Sachbezugsverordnung anzusetzen. Dasselbe gilt für die Gewährung freier Unterkunft.

Der Ansatz der amtlichen Sachbezugswerte kann in folgenden Fällen erfolgen:

  • Mahlzeiten, die durch eine vom Arbeitgeber selbst betriebene Kantine abgegeben werden (R 8.1 Abs. 7 Nr. 1 Lohnsteuerrichtlinie (LStR) 2011)
  • Mahlzeiten, die die Arbeitnehmer in einer nicht vom Arbeitgeber selbst betriebenen Kantine erhalten (R 8.1 Abs. 7 Nr. 2 LStR 2011)
  • Mahlzeitengestellung durch Ausgabe von Essensgutscheinen bzw. Restaurantschecks, sofern deren Wert für ein Mittagessen in 2012 nicht über (3,10 Euro zuzüglich amtlicher Sachbezugswert für das Mittagessen von 2,87 Euro =) 5,97 Euro liegt (R 8.1 Abs. 7 Nr. 4 LStR 2011)
  • Mahlzeitengestellung während einer Auswärtstätigkeit, sofern diese durch den Arbeitgeber veranlasst ist (R 8.1 Abs. 8 Nr. 2 LStR 2011)

Die amtlichen Sachbezugswerte werden jedes Jahr an die Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst und gelten bundeseinheitlich. Die Sachbezugswerte für das Kalenderjahr 2012 sind am 25. November 2011 durch die 4. Verordnung zur Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung und die Verordnung über maßgebende Rechengrößen der Sozialversicherung für 2012 (Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2012) vom Bundesrat beschlossen worden.
Im Vergleich zum Jahr 2011 steigt der monatliche Wert für freie Verpflegung von 217 Euro auf 219 Euro und für freie Unterkunft von 206 Euro auf 212 Euro. Der Wert für ein Mittag- und Abendessen wurde von 2,83 Euro auf 2,87 Euro je Mahlzeit angehoben. Der Sachbezugswert für das Frühstück bleibt unverändert bei 1,57 Euro.

Quelle: IHK Hannover

Lob für eine vollwertige Ernährung auf höchster Ebene

Immer mehr Unternehmen erkennen die Bedeutung einer gesundheitsförderlichen Ernährung für ihre Belegschaft. Eine ausgewogene Ernährung trägt nicht nur zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei, sie stärkt auch die Leistungsfähigkeit. „Deshalb ist es wichtig, dass immer mehr führende Unternehmen der deutschen Wirtschaft ihre Betriebsrestaurants umstellen auf eine ernährungsphysiologisch ausgewogene Kost“, so Bundesernährungsministerin Ilse Aigner. „Das ist ein großer Erfolg von IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“, sagte sie. Besonders erfreut zeigte Aigner sich darüber, dass über das neue Verpflegungsangebot hinaus auch Vorträge für die Belegschaft zum Thema Ernährung sowie eine kostenlose Ernährungsberatung angeboten werden. Bei der Umstellung werden die Unternehmen nicht allein gelassen. Die zertifizierten Betriebe haben die Anforderungen der Standards in vollem Umfang erfüllt und erhalten das JOB&FIT-PREMIUM-Zertifikat. JOB&FIT ist Teil des Nationalen Aktionsplans „IN FORM“. www.in-form.de

Ernährung – modern und frisch

DGE-Qualitätsstandard für die Betriebsverpflegung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat eine Broschüre „DGE-Qualitätsstandard für die Betriebsverpflegung“ zusammengestellt. Sie liefert die Basis für eine vollwertige Verpflegung am Arbeitsplatz. Der Qualitätsstandard richtet sich an alle, die Betriebsverpflegung anbieten oder die in der betrieblichen Gesundheitsförderung tätig sind wie z. B. Führungskräfte, Betriebsärzte, Personalvertretungen, Qualitätsmanagement-Verantwortliche, Ernährungsfachkräfte sowie Betriebs- und Küchenleitungen. Berufstätige, die sich selber verpflegen, werden ebenso angesprochen. Die Broschüre dient als Hilfestellung bei der Umsetzung eines vollwertigen Verpflegungsangebotes und somit als Instrument zur Qualitätssicherung. Der „DGE-Qualitätsstandard für die Betriebsverpflegung“ besteht aus sechs Kapiteln. Kernstück ist Kapitel 2 zur Gestaltung der Verpflegung mit Angaben zu einer gesundheitsfördernden Lebensmittelauswahl, zur Speisenplanung und Speisenherstellung sowie zur Nährstoffzufuhr durch die Mittagsverpflegung. Kapitel 3 widmet sich den Anforderungen an die Rahmenbedingungen in Betriebsrestaurants wie z. B. die Gästekommunikation. Rahmenbedingungen für die Verpflegung wie rechtliche Bestimmungen oder die Personalqualifikation sind in Kapitel 4 zu finden. Abschließend werden im Anhang Orientierungshilfen für die Lebensmittelmengen gegeben und es wird auf ökologische Aspekte sowie die Inhalte eines Leistungsverzeichnisses eingegangen. www.jobundfit.de/service/medien.htm

Wegweiser zu modernen Verpflegungssystem

Die Außer-Haus-Verpflegung gewinnt an Bedeutung, da immer mehr Menschen diese in Anspruch nehmen. Für die Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung ist es wichtig, das optimale Verpflegungssystem auszuwählen. Denn neben Kosten und Personaleinsatz sollen die Wünsche und altersgerechten Bedürfnisse der Tischgäste berücksichtigt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) entwickelte in Zusammenarbeit mit dem aid infodienst e. V. das DIN-A-4-Heft „Verpflegungssysteme in der Gemeinschaftsverpflegung“. Auf 56 Seiten bieten die Autoren Ulrike Arens-Azevêdo und Wolfhart Lichtenberg Hilfestellung für alle neuen Betriebe oder solche, die ihr altes Verpflegungssystem verändern möchten. Dabei ist es den Autoren wichtig, dass die Einrichtung sich für ein Verpflegungssystem entscheidet, das zu ihren Rahmenbedingungen passt. Beim Vergleich der Systeme geht es um ernährungsphysiologische Aspekte, Veränderungen von Sensorik und Inhaltsstoffen, Kosten, Personalbedarf, Hygiene und ökologische Aspekte. Bei der Entscheidungsfindung für das geeignete Verpflegungssystem helfen eine Checkliste und eine Matrix. Das Heft ist zum Preis von 6,50 EUR zzgl. Versandkosten beim DGE-MedienService, www.dge-medienservice.de, Tel. 0228 9092626, Fax: 0228 9092610, unter der Artikel-Nummer 400434 zu bestellen.

Einfach und effektiv: Mit frischen Früchten fit für die Firma

Eine obst- und gemüsereiche Ernährung stärkt das Immunsystem und verringert Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, verschiedene Krebsarten, Übergewicht und Diabetes mellitus Typ 2. Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern daher neben Fitness- und Entspannungsangeboten inzwischen ausgewogene Mittagsmenüs an. Doch es geht noch einfacher – mit einem Firmenfrucht-Programm. Die Idee ist simpel: Die Unternehmen kaufen regelmäßig einige Kisten Früchte, aus denen sich die Mitarbeiter kostenlos bedienen können. Unternehmen in Dänemark und den Niederlanden haben mit diesem Modell gute Erfahrungen gemacht: 96 Prozent der Arbeitnehmer greifen regelmäßig zu, 38 Prozent essen mehr frische Früchte als vorher. Wichtig auch der psychologische Effekt: Immerhin 97 Prozent der Mitarbeiter empfinden das Angebot als Zeichen der Wertschätzung ihres Arbeitgebers. Eine einfache Idee mit vielfältigem Nutzen für alle Beteiligten also. Um die Idee in Deutschland voranzutreiben, bringt 5-am-Tag-Anbieter und Nachfrager schnell und unkompliziert auf der Internetplattform www.frucht-arbeitsplatz.de zusammen. Unternehmen finden hier ihren Wunschlieferanten. Anbieter präsentieren sich mit ihrem Sortiment und Lieferumkreis. Die Details, was wie oft in welcher Form und zu welchem Preis geliefert wird, besprechen die künftigen Geschäftspartner direkt miteinander.

Das richtige Maß finden

60-30-10: Idealmaß für die Mittagspause

Zur Mittagsstunde Spitzenleistung bringen? Schlechtes Timing. Denn Kreativität und Konzentration erreicht bei den meisten von uns zwischen zehn und elf Uhr ihren Höhepunkt. Danach fällt die Leistungskurve ab und der Körper braucht eine Pause. Laut DAK-Gesundheitsbarometer* verzichtet jeder Zehnte auf die verdiente Erholung – aus Zeitmangel. 60 Prozent Essenszeit, 30 Prozent Bewegung, 10 Prozent Entspannung: Mit diesem Idealmaß können Arbeitnehmer gezielt abschalten und schnell neue Kraft tanken. Etwas mehr als die Hälfte der Mittagspause sollte für eine Mahlzeit einplant werden – aber ohne deftige Zutaten. „Schwere Kost lässt die Verdauungsorgane auf Hochtouren arbeiten. Unser Gehirn dagegen stellt auf Sparflamme um“, weiß DAK-Ernährungswissenschaftlerin Hanna-Kathrin Kraaibeek. Angenehmer Nebeneffekt: Essen entstresst. Vorausgesetzt, man kaut langsam und lässt sich nicht ablenken. Wer keine Zeit für den ausgiebigen Lunch in der Kantine findet, sollte sich dennoch eine Mahlzeit gönnen. Daheim vorgekochte Gerichte oder belegte Stullen sind in diesem Fall eine schnelle, gesunde Alternative. Und danach: „Bewegung in der Mittagspause schützt vor Rücken- und Nackenschmerzen und kurbelt den Kreislauf an“, rät Kraaibeek stattdessen. Ein knappes Drittel der Mittagspause sollte deshalb für ein kleines Fitness-Programm eingeplant werden. Bevor es dann wieder an die Arbeit geht, ist Entspannung angesagt. In den USA ist das so genannte „Power Napping“, der kurze Schlummer am Arbeitsplatz, längst etabliert. So sind Reaktionsvermögen und Leistung nach einem Nickerchen erwiesenermaßen um ein Vielfaches höher. In Deutschland hat sich dies noch nicht durchsetzen können. Ersatzweise bringt auch eine kurze Entspannungsübung neue Power: Einfach die Augen schließen, tief durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmen. Das Ganze viermal hintereinander und anschließend mit klarem Kopf schwungvoll wieder loslegen.

Mahlzeit, Yopi! Oder: Sicher verpflegt in Gemeinschaftseinrichtungen

YOPI (young, old, pregnant, immunosuppressed) steht für besonders empfindliche Personengruppen, die leicht eine lebensmittelbedingte Infektion bekommen, weil ihr Immunsystem beeinträchtigt oder noch nicht vollständig ausgebildet ist. Dazu zählen Kinder bis zum Alter von fünf Jahren, Seniorinnen und Senioren, Schwangere und immungeschwächte Menschen. „In Einrichtungen wie Krankenhäusern, Kindertagesstätten oder Seniorenwohnheimen ist daher mit der Gemeinschaftsverpflegung eine hohe Verantwortung für die Gesundheit dieser Verpflegungsteilnehmer verbunden“, so Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Das BfR hat daher ein Merkblatt veröffentlicht, das Handlungsempfehlungen für Einrichtungen zusammenfasst, die regelmäßig YOPIs verpflegen. (PDF-Download)

Nützliche Links

www.jobundfit.de – Mit „JOB&FIT – Mit Genuss zum Erfolg!“ unterstützt das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Unternehmen dabei, die Verpflegung in ihrem Betriebsrestaurant zu optimieren.

www.corporate-health-convention.de/content – Bei der Europäischen Fachmesse für betriebliche Gesundheitsförderung und Demografie am 24. und 25. April in Stuttgart spielt das Thema „Gemeinschaftsverpflegung“ eine wichtige Rolle.

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