Personalüberlassung in Nachbarländer

24. Februar 2010

Bei der Entsendung von Personal ins Ausland müssen viele Vorschriften und Gesetze beachtet werden. Jeder Staat hat eigene Richtlinien.

Sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder erholt hat, wird nach Meinung der Experten die Zeitarbeit einen erneuten Aufschwung erleben. Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen europäischen Ländern ist Arbeitnehmerüberlassung ein fest integrierter Bestandteil der Arbeitswelt. Es liegt daher nahe, auch grenzübergreifend Personal zu vermitteln. Doch das ist nicht immer problemlos möglich. Unterschiedliche Regelungen und Vorschriften der einzelnen Staaten machen die Abwicklung über die Grenzen hinaus oftmals beschwerlich und bürokratisch.

Trotz allem sind uns unsere Nachbarn in vielen Bereichen der Zeitarbeit bereits voraus. Beispielsweise ist Equal Pay – gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit – in Frankreich selbstverständlich. Dort ist ein Mindestlohn gesetzlich festgelegt. Zusätzlich wird Zeitarbeitnehmern eine Prekaritätsprämie von 10 Prozent gezahlt. Auch in den Niederlanden haben Arbeitskräfte, die in einem Betrieb über Zeitarbeit beschäftigt sind, Anspruch auf die gleiche Vergütung wie das Stammpersonal. Allerdings erst, wenn sie länger als sechs Monate in dem Betrieb beschäftigt sind. In Österreich wiederum gibt es in der Zeitarbeit einen tariflichen Mindestlohn, der weder während des Einsatzes noch in der einsatzfreien Zeit unterschritten werden darf. In manchen Branchen sind dort sogar Referenzzuschläge die Regel, um die Differenz der Löhne von Stamm- und Zeitpersonal zu minimieren.

Deutschland kann sich zwar in vielerlei Hinsicht ein gutes Beispiel an den europäischen Personaldienstleistungsmethoden nehmen. Doch gibt es auch bei uns durchaus positive und nachahmenswerte Regelungen, die zum Schutz der Zeitarbeitnehmer dienen.

Einen Überblick über die aktuellen europäischen Vorschriften zur Personal-Entsendung und Personal-Überlassung gibt das kürzlich erschienene Buch „Grenzüberschreitende Arbeitnehmerüberlassung“ der Wirtschaftsjuristin Christina Vogeler. Die Bibliographie ist im Vprm-Verlag Personal erschienen:

„Auch über die Grenzen des eigenen Staates hinaus gewinnt Zeitarbeit innerhalb des europäischen Binnenraumes zunehmend an Bedeutung. Komplexe Regelungen und unterschiedlichste Ausgestaltungen in den Mitgliedstaaten erschweren jedoch eine praktische und einfache Umsetzung insbesondere von grenzüberschreitenden Arbeitnehmerüberlassungen.

Dieses Buch bietet eine ausführliche Darstellung der derzeit geltenden Vorschriften zur Entsendung und Überlassung der an Deutschland angrenzenden Staaten Österreich, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg, Dänemark, Frankreich, Polen und Tschechien sowie der Bundesrepublik selbst. Als Basis dienen hierbei die ebenfalls dargestellten europarechtlichen Grundlagen sowie die relevanten Vorschriften des Internationalen Privatrechts, des Sozialversicherungs- und des europäischen / internationalen Steuerrechts.

Interessierte erhalten hier einen Überblick über die wichtigsten Vorschriften und beachtungswürdigen Aspekte in allen angesprochenen Rechtsgebieten, die es bei grenzüberschreitenden Überlassungsfällen in eines der dargestellten Länder oder aus einem dieser Staaten in Richtung Deutschland zwingend zu bedenken und einzuhalten gilt.“


Christina Vogeler: Grenzüberschreitende Arbeitnehmerüberlassung
 

investor relations