Berufsbildungsbericht 2010: „Wir dürfen uns keine Generation der Verlierer leisten.“

15. März 2010

Staatsministerin Böhmer fordert verstärkte Anstrengungen, damit mehr Jugendliche aus Zuwandererfamilien eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen.

Laut Entwurf des Berufsbildungsberichts 2010 sind ausländische Jugendliche wesentlich seltener an einer Ausbildung beteiligt als gleichaltrige Deutsche. So liegt der Anteil der Ausländer an einer Berufsausbildung bei 32,2 Prozent. Bei den deutschen Jugendlichen sind es 68,2 Prozent. Damit sind ausländische Jugendliche fast so häufig nicht an einer Ausbildung beteiligt wie sich gleichaltrige Deutsche im Ausbildungsprozess befinden.

Beim jüngsten Treffen mit der Bundeskanzlerin hatten Vertreter der Wirtschaft erneut den drohenden Fachkräftemangel angesprochen. Der Berufsbildungsbericht sieht hier „mittelfristig ein Wachstumshemmnis“, weist aber auch enorme Reserven hin: Jeder siebte zwischen 20 und 25 Jahren hat noch keinen Beruf erlernt, so der Bericht.

Die Bundesregierung äußert sich – wie auch die Wirtschaft – besorgt über die mangelnde Ausbildungsreife vieler Jugendlicher. Nach wie vor verließen zu viele die Schule ohne Abschluss, jeder fünfte Ausbildungsvertrag (21,5%) werde vorzeitig wieder aufgelöst. Mängel in der Schulausbildung bestreitet der Berufsbildungsbericht nicht, weist aber gleichzeitig auf eine Untersuchung des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) hin, wonach viele Betriebe nicht effizient nach Auszubildenden suchen.

"Die Analyse ist bekannt – wir müssen jetzt an die Umsetzung gehen! Es gilt, alle Kräfte zu bündeln. Damit sichern wir langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft", betonte Staatsministerin Böhmer.

Der Berufsbildungsbericht liegt zurzeit im Entwurf vor und soll noch im März 2010 veröffentlicht werden.

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