Sollen Firmen einen entsprechenden Prozentsatz an Frauen in Führungsebenen beschäftigen? Viele Konzerne halten das nicht für notwendig.

Momentan ist das Thema in aller Munde: Die Frauenquote in mittleren und oberen Führungsebenen in deutschen Unternehmen. Grund ist das Vorhaben der Deutschen Telekom, bis 2015 eine Quote der weiblichen Mitarbeiter in eben diesen Positionen von 30 Prozent zu erreichen. „Es ist ein Gebot der gesellschaftlichen Fairness und vor allem eine handfeste Notwendigkeit für unseren Erfolg“, begründet Telekom-Chef René Obermann den Entschluss.

Eine Umfrage des Spiegels zu diesem Thema ergab allerdings, dass fast die Hälfte der deutschen Firmen der Meinung sind, dass eine solche Regelung nicht nötig sei – denn mit dem richtigen Beruf und genügend Anstrengung könnten es auch Frauen in die Führung schaffen.

Ganz so extrem formulieren es die meisten Unternehmen zwar nicht, wenn sie zur Frauenquote befragt werden, aber ein Großteil setzt sich ohnehin für die Förderung der weiblichen Mitarbeiter ein. Beispielsweise wenn es um flexible Arbeitszeitmodelle geht, die Karriere und Familie miteinander vereinbaren. Andere Konzerne legen Wert auf Talent und die optimale Besetzung einer Stelle. Für sie ist es irrelevant, ob Frau oder Mann: Die Qualifikation und persönliche Eignung ist ausschlaggebend.

Darüber hinaus kommt es auch auf die Produktpalette des jeweiligen Unternehmens an. Im Falle der Telekom interessieren sich wohl eher Männer dafür, eine Kosmetikfirma würde mit Sicherheit mehr Frauen ansprechen. Die meisten technischen Berufe werden nach wie vor von Männern ausgeübt. In manchen Berufszweigen wird nicht einmal ein Anteil von 20 Prozent an weiblichen Absolventen erreicht.

Im europäischen Vergleich liegt Norwegen mit 42 Prozent des Anteils an Frauen in Führungspositionen an erster Stelle, gefolgt von Schweden (27 Prozent) und Finnland (24 Prozent). Deutschland liegt mit 13 Prozent unter anderem noch vor Großbritannien (12 Prozent) und Frankreich (10 Prozent).

Wie einzelne große Konzerne, die auch in Deutschland ansässig sind, die Frauenquote handhaben, erfahren Sie unter der Fotostrecke auf Spiegel Online.

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