Raucherpausen zählen nicht zur Arbeitszeit

19. April 2010

Beschäftigte der Stadt Köln haben keinen Anspruch mehr auf Zigarettenpausen. Doch wie handhaben das andere Unternehmen?

Raucher machen während der Arbeitszeit öfter Mal Pause, um eine Zigarette zu rauchen. Da kommen schnell mal 30 Minuten zusätzliche Pausenzeit pro Arbeitstag zustande. Viele nichtrauchende Kollegen fühlen sich dadurch benachteiligt – schließlich nutzen sie nur die vertraglich festgelegten Erholungspausen während der Kernarbeitszeit.

Die Stadt Köln hat im Jahr 2007 absolutes Rauchverbot in Dienstgebäuden erteilt. Rauchende Beschäftigte dürfen nun nur noch außerhalb der Diensträume und auch nur noch unter Beachtung der vereinbarten Gleitzeitregelung zusätzliche Zigarettenpausen machen. Die Klage eines Beamten, der unter anderem zumindest ein Raucherzimmer forderte, wurde vom Verwaltungsgericht Köln jetzt abgewiesen.

Grundsätzlich darf jeder Arbeitgeber selbst entscheiden, wie er Raucherpausen in seinem Unternehmen regeln möchte. Er kann von seinen Mitarbeitern verlangen, Zigarettenpausen als Freizeit zu erfassen – also beispielsweise während dieser Zeit auszustempeln oder die zusätzlichen Pausen von der regulären Arbeitszeit abzuziehen. Auch muss er laut § 5 der Arbeitsstättenverordnung Maßnahmen treffen, um die nichtrauchenden Mitarbeiter vor Zigarettenrauch und den damit verbundenen Gesundheitsrisiken zu schützen.

Sogar der Betriebsrat darf sich in solche Entscheidungen nicht einmischen. Das haben das Arbeitsgericht Schleswig-Holstein im Jahr 2007 sowie das Landesarbeitsgericht Hamm im Jahr 2004 unabhängig voneinander festgelegt. Allerdings sind den Rauchern in vielen Unternehmen ihre Pausen gestattet, sofern sie im vertretbaren Rahmen stattfinden. Oftmals werden auch extra Räume oder Orte zur Verfügung gestellt, damit die nichtrauchenden Kollegen nicht belästigt werden.

In Untersuchungen wurde festgestellt, dass Raucher zum Beispiel häufiger krank sind als ihre nichtrauchenden Kollegen, dass sie weniger produktiv sind durch die zusätzlichen Pausen, und dass sie dadurch ihrem Arbeitgeber wirtschaftlich durchaus Schaden bringen können.

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