Männer verdienen noch immer mehr als Frauen

2. Juni 2010

Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern hat sich in den letzten Jahren kaum verändert.

Ende Mai 2010 gab das Statistische Bundesamt die Zahlen für 2009 bezüglich der Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern bekannt. In den letzten vier Jahren liegt der sogenannte Gender Pay Gap – der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen – in Deutschland konstant bei 23 Prozent. In den alten Bundesländern beträgt er 25 Prozent, in den neuen 6 Prozent. Die Länderzahlen schwankten in den Jahren 2006 und 2009 höchstens um 1 Prozentpunkt. Dabei ist zu beachten, dass sich der Gender Pay Gap auf unbereinigte Zahlen bezieht. Das heißt, er gibt nur einen Gesamtüberblick über die Verdienstunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern.

Es gibt keinen Wirtschaftszweig, in dem Frauen mehr verdienen als Männer. Der Bruttostundenverdienst der Frauen ist 2009 um 2,7 Prozent (auf 14,90 Euro) gestiegen, der der Männer um 2,6 Prozent (auf 19,40 Euro). Am größten sind die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen in der Dienstleistungsbranche, im Versicherungsgewerbe und im Verarbeitenden Gewerbe.

Generell begründet wird die Verdienstlücke zum einen damit, dass die Gehaltseinstufung in Berufen, denen eher Männer nachgehen (beispielsweise Berufe im Luftverkehr) viel höher ist als in Berufen, die zumeist von Frauen ausgeübt werden (zum Beispiel Pflegeberufe oder Friseurberuf). Zum anderen haben Frauen viel seltener eine Führungsposition inne, fallen wegen Familienplanung öfter aus und arbeiten häufiger in Teilzeit. Die konstant bleibende Lücke wird damit erklärt, dass die Ursachen nur sehr langsam veränderbar sind. Sie unterliegen einer gesellschaftlichen Ordnung, die im Grunde seit Jahrhunderten besteht.

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