Psychische Erkrankungen von Arbeitnehmern sind noch immer ein Tabu

21. Juni 2010

Europaweite Studie zu neuen und aufkommenden Risiken am Arbeitsplatz ergab ernst zu nehmende Ergebnisse – in Deutschland setzen sich nur 16 Prozent der Unternehmen für Arbeits- und Gesundheitsschutz ein.

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) befragte für die ESENER-Studie 36.000 Manager und Arbeitsschutzbeauftragte aus insgesamt 31 Ländern. Der Schwerpunkt der ESENER-Studie sind neue und aufkommende Risiken am Arbeitsplatz. Dazu gehören beispielsweise Stress, Gewalt, Mobbing oder auch Belästigung durch Kollegen und Vorgesetzte, die häufig zu psychischen Erkrankungen führen.

Die Ergebnisse der Studie signalisieren Handlungsbedarf: 92 Prozent der deutschen Führungskräfte sehen die zunehmenden psychosozialen Risiken mit großer Besorgnis. Nicht zuletzt haben psychosomatische Erkrankungen von Mitarbeitern Einfluss auf die Produktivität eines Unternehmens. Laut 50 Prozent der Befragten sind sie jedoch noch immer ein großes Tabuthema innerhalb der Betriebe.

Doch gaben die Teilnehmer auch an, dass die Prävention von Stress oder Mobbing am Arbeitsplatz schwierig ist, da sie Zeit, Geld und Personal kostet. Nur 25 Prozent der Firmen in Europa setzten sich bisher für den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer ein; in Deutschland sind es gerade mal 16 Prozent.

Die Studie zeigt deutlich auf, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitern ist, um gemeinsam Maßnahmen zur Erkennung und Vermeidung von belastenden Risiken zu entwickeln und durchzuführen. Denn Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz ist das A und O für leistungsfähige Arbeitnehmer.

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