2010 gibt es mehr freie Lehrstellen als Bewerber

23. Juli 2010

Mangelte es in den letzten Jahren an Lehrstellen, suchen Unternehmen momentan dringend Azubis.

In ein paar Wochen fängt das neue Ausbildungsjahr an – und bis jetzt sind noch jede Menge Lehrstellen nicht besetzt. Bereits 2009 blieben laut DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben 50.000 Ausbildungsplätze frei. Gründe dafür sind seiner Meinung nach neben dem demografischen Wandel vor allem die fehlende Ausbildungsreife der Schulabgänger. Es fehlt an qualifizierten Bewerbern.

Eine Umfrage des DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.) im April 2010 unter mehr als 15.000 Betrieben ergab, dass Unternehmen durchaus ausbilden möchten. Nicht zuletzt, um Nachwuchskräfte zu sichern. So wollten 15 Prozent der Unternehmen mehr Auszubildende einstellen und 60 Prozent zumindest im dem Maße wie bisher. Der Mittelstand war diesbezüglich sogar optimistischer gestimmt als die Großbetriebe. Verstärkt ausbilden wollen vor allem Banken, Versicherungen und das Gastgewerbe. Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass die meisten Firmen die wirtschaftliche Krise überwunden zu haben scheinen.

Die demografische Entwicklung Deutschlands ist ein Problem, mit dem die Wirtschaft und damit auch die ausbildungswilligen Unternehmen kämpfen müssen. Ein weiteres – vielleicht sogar im sozialen Sinne noch gravierenderes – Problem ist der Mangel an Soft Skills, den die Schulabgänger mitbringen. Nach Meinung der  befragten Unternehmen fehle es insbesondere an Leistungsbereitschaft, an Belastbarkeit und an Disziplin. Über 50 Prozent der ausbildenden Betriebe lässt ihren Auszubildenden sogar Nachhilfeunterricht geben.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der DIHK-Website.

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