Atteste, die im Ausland ausgestellt werden, müssen den inländischen Anforderungen entsprechen, schlüssig und nachvollziehbar sein.

Erkrankt ein Arbeitnehmer im Ausland – beispielsweise im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise –, und lässt sich dieser dort ärztlich behandeln sowie arbeitsunfähig schreiben, hat die Krankmeldung nicht zwingend auch in Deutschland Gültigkeit.

Kürzlich urteilte das Landesarbeitsgereicht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz über einen Fall, in dem ein Mitarbeiter gegen seinen Arbeitgeber klagte und Lohnnachzahlung forderte. Der Mitarbeiter hatte zuvor ein im Ausland ausgestelltes Attest vorgelegt. Der ausstellende Arzt verordnete ihm 30 Tage Bettruhe und bescheinigte ihm, dass er danach wieder arbeitsfähig sei. Der Arbeitgeber zweifelte an der Richtigkeit dieser Krankmeldung und wollte der Forderung seines Mitarbeiters nicht nachkommen.

Das LAG Rheinland-Pfalz wies die Klage des Arbeitnehmers ebenfalls zurück mit der Begründung, dass eine im Ausland ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Anforderungen von inländischen Krankmeldungen entsprechen müsse. Außerdem muss klar hervorgehen, dass eine tatsächliche Krankheit vorliege, die die Ausübung der beruflichen Tätigkeit für einen bestimmten Zeitraum nicht zulässt.